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7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung

16. - 18.10.2008, Köln

Beispiel ROBODOC

Meeting Abstract

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  • T. Hüfner - Medizinische Hochschule Hannover
  • C. Krettek - Medizinische Hochschule Hannover

7. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. Köln, 16.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocA5.19

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkvf2008/08dkvf011.shtml

Veröffentlicht: 6. Oktober 2008

© 2008 Hüfner et al.
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Gliederung

Text

Bisher wurden in Deutschland ca. 8000 Hüftprothesen roboterassistiert implantiert. Die meisten Operationen wurden in der BG Klinik Frankfurt (Prof. Börner) durchgeführt. Ziel dieser Operationstechnik ist die passgenaue Fräsung des Femurschaftes für die Implantation zementfreier Prothesenschäfte. Eine weitere Indikation stellen Wechseloperationen dar. Hier kann ebenfalls millimetergenau der Zement reseziert werden. Voraussetzung ist eine CT Untersuchung. Dieser Datensatz wird in die Planungsstation und intraoperativ in das System eingeladen und für die Operation mit dem Patienten abgeglichen. Erst die zweite Generation basierte auf sogenannter „pinless“ Registrierung, die erste Generation nutzte eine Fiducial basierte Registrierung. Dazu wurden dem Patienten vor der CT Untersuchung 2 oder 3 Marker am Femur implantiert. Bei den Robotern handelt es sich um Industrieroboter, welche umgerüstet wurden. Die Präzision ist in Untersuchungen hoch und liegt im Millimeterbereich. Allerdings ist dies abhängig von der Qualität des CT Datensatzes und der Registrierung.Nach kritischer Durchsicht der Literatur sind folgende Nutzen und Risiken für die robotergestützte Fräsung des Femurs zu sehen:

Die Primärstabilität zeigte sich in biomechanischen Untersuchungen nicht für alle Prothesentypen verbessert gegenüber der herkömmlichen Technik. Ein Langzeiteffekt wie längere Standzeiten kann erst in einigen Jahren demonstriert werden (10 Jahresergebnisse). Nach 6 Jahren zeigte von 443 Patienten kein Patient eine aseptische Lockerung.

Als nachteilig sind zu werten: die Implantation von Markern bei der ersten Generation dieser Robotersysteme. Dazu zählen die allgemeinen Operationsrisiken (Narkose, Infekt, Thrombose etc.) aber auch Kapazitäts- und Kostenaspekte. Ähnliches gilt für die präoperative CT Untersuchung. Intraoperativ konnte ein erhöhter Blutverlust und eine verlängerte Operationszeit gezeigt.

Die Infektrate ist nicht signifikant erhöht. Fraglich ist eine erhöhte Rate von Gluteaus medius Nekrose, Nervenschäden, die Rate heterotoper Ossifikationen und die Luxationsrate.

Die vermehrten Nervenschädigungen beziehen sich auf den N. glutaeus superior, welcher im Rahmen des Zuganges vermehrt geschädigt werden kann. Die zunächst auffällig postoperative Abduktionsschwäche konnte jedoch in Ganganalyseuntersuchungen nicht verifiziert werden.

Zusammenfassend ist bei dieser Operationstechnik der klinische Nutzen noch nicht nachgewiesen. Dies kann nur anhand von Langzeituntersuchungen gezeigt werden. Die unmittelbaren Risiken Blutverlust und Operationsdauer erscheinen bei nachgewiesenen klinischen Nutzen akzeptabel. Die in einer Studie nachgewiesene erhöhte Rate an Gluteaus medius Nekrosen als Folge dieser Operationstechnik muss sicherlich weiter untersucht werden. Zu diskutieren sind hier allerdings auch die Qualität der MRT Bilder bei liegender Prothese, Inter- und Intraobserver Reliability ebenso wie das Fehlen histologischer Nachweise.