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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Evaluation der Trochleadysplasie im MRT: Eine Untersuchung zur Korrelation zwischen der Dejour-Klassifikation und objektiven Parametern

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Daniel Dornacher - Orthopädische Universitätsklinik Ulm am RKU, Ulm, Germany
  • Heiko Reichel - Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Orthopädie, Ulm, Germany
  • Manfred Nelitz - Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Orthopädie, Ulm, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI57-1241

DOI: 10.3205/12dkou337, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou3373

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Dornacher et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Trochleadysplasie gilt als eine der Hauptursachen der patellofemoralen Instabilität (PFI). Um eine differenzierte operative Behandlung durchführen zu können, ist eine präzise präoperative Diagnostik unabdingbar. Die Kernspintomographie (MRT) gilt als Mittel der Wahl zur Beurteilung der Trochleadysplasie. In der aktuellen Literatur werden Parameter beschrieben, um auf axialen MRT-Aufnahmen Normalbefunde von einer möglichen Trochleadysplasie objektivierbar zu unterscheiden. Untersucht werden sollte die Frage, ob eine Korrelation dieser objektivierbaren Parameter mit der etablierten, qualitativen Klassifikation von Dejour und deren Schweregrade vorliegt.

Methodik: Axiale MRT-Aufnahmen von 80 Kniegelenken (78 Patienten) mit PFI und unterschiedlich schwerer Trochleadysplasie wurden gemäß der Klassifikation von Dejour (4 Schweregrade A-D) eingeteilt. Die Kontrollgruppe umfasste 48 MRT-Aufnahmen von Patienten ohne klinischen Zeichen einer PFI. Anschließend wurden die in den Arbeiten von Pfirrmann et al., Carillon et al. und Biedert et al. angegebenen Parameter gemessen und berechnet (Trochleatiefe, Facettenasymmetrie, Patellalateralisation, Inklination der lateralen Facette, Condylenasymmetrie, relative Höhe der lateralen und medialen Condyle, relative Höhe der Trochlea). Für die qualitativen Parameter wurden Spezifität, Sensitivität, cut-off Werte und Genauigkeit berechnet. Eine etwaige Korrelation der gemessenen Parameter zur Dejour-Klassifikation wurde auf Boxplots graphisch dargestellt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Zuordnung der 80 Kniegelenke mit PFI zur Klassifikation von Dejour zeigte folgende Verteilung: Trochleadysplasie Typ A: n=25, Typ B: n=23, Typ C: n=18 und Typ C: n=14. Es war eine Differenzierung der Kontrollgruppe mit der Gruppe der Trochleadysplasie (A-D) für folgende Parameter darstellbar: 1) Trochleatiefe: cut-off 3,6mm: Sensitivität von 94% und Spezifität von 90%. 2) Facettenasymmetrie: cutoff 60%: Sensitivität 90%, Spezifität 80%. 3) Inklination der lateralen Facette: cutoff 17° Sensitivität 92%, Spezifität 79%. Die Werte der Parameter von Pfirrmann et al., Carillon et al. und Biedert et al. wurden in Abhängigkeit der qualitativen Einteilung Dejour A-D graphisch auf Boxplots dargestellt.

Für die Trochleatiefe, die Asymmetrie der Trochleafacetten, die Inklination der lateralen Trochleafacette und die Lateralisation der Patella konnte mit guter Sensitivität und Spezifität eine Diskriminierung einer normalen zu einer dysplastischen Trochlea dargestellt werden. Zur Beurteilung des Schweregrades der Trochleadysplasie sind neben der Klassifikation nach Dejour objektiv messbare Parameter hilfreich. Da Eingriffe zur Trochleaplastik zunehmend Akzeptanz in der Behandlung der PFI finden, ist insbesondere bei hochgradiger Trochleadysplasie weiterhin eine sorgfältige qualitative Einordnung notwendig.