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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Strukturelle Veränderung des Musculus multifidus im MRI bei einer radikulären Nervenkompression im Bereich der LWS. Schweregrad und Dauer der Kompression in Beziehung zur Notwendigkeit operativer Dekompression

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Mazda Farshad - Uniklinik Balgrist, Zürich, Switzerland
  • Christian Gerber - Uniklinik Balgrist, Zürich, Switzerland
  • Viviane Laufer-Molnar - Uniklinik Balgrist, Zürich, Switzerland
  • Nadja Amacker - Universitätsspital Zürich, Zürich, Switzerland
  • Tobias Dietrich - Uniklinik Balgrist, Zürich, Switzerland
  • Kan Min - Uniklinik Balgrist, Zürich, Switzerland

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI55-823

DOI: 10.3205/12dkou318, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou3185

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Farshad et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Atrophie bzw. Asymmetrie im Seitenvergleich des Musculus multifidus im MRI auf der entsprechenden Segmenthöhe und des Schweregrades und/oder der Dauer der Beschwerden einer Nervenwurzelkompression. Und hat dies einen Einfluss auf die Entscheidung einer operativen Dekompression.

Methodik: Retrospektive Analyse von 79 MRI Untersuchungen von Patienten mit monosegmentaler, unilateraler lumbaler Radikulopathie. Klinische Daten wurden durch Patientenbefragung und aus der jeweiligen Krankenakte erhoben. Der Schweregrad der Nervenwurzelkompression (NWK) wurde gemäss radiologischer Klassifikation nach Pfirrmann et al. [1] eingeteilt. Die Messungen des Quotienten (relativ zur Gegenseite) von axialer Muskelfläche (MF) sowie des rechtwinkligen Abstandes ausgehend von der Lamina bis zum Musculus multifidus (MLD) erfolgten durch zwei erfahrene Radiologen. Muskelveränderungen wurden dann in Relation zum Schweregrad der Nervenwurzelkompression, Beschwerdedauer und Entscheid einer operativen Behandlung analysiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 67 recessale und 12 foraminale symptomatische NWK mit einem durchschnittlichen Schweregrad von 2,8±0,4 (>2,5 wurde als schwere NWK definiert) wurden dokumentiert. Weder der Quotient von MLD (schwere 1,19±0,55 vs. leichte NWK 1,12±0,30, p=0,664), noch der von MF (schwere 1±0,16 vs. leichte NWK 0,98±0,13, p=0,577) und Beschwerdedauer korrelierten signifikant mit dem Schweregrad der NWK. Die MRI Messungen zeigten auch keine Unterschiede bei Patienten mit (n=20) und ohne (n=58) muskulärer Beinschwäche bedingt durch die NWK. Ein signifikanter Zusammenhang konnte jedoch zwischen dem MDL-Quotient >1,5 und dem Entscheid einer chirurgischen Therapie belegt werden (Odds Ratio 27, Spezifität 92%, pos. prädiktiver Wert 73%).

Es besteht kein Zusammenhang zwischen Ausmass der Atrophie des Musculus multifidus auf der betroffenen Seite im Vergleich zur Gegenseite im Bezug auf Schweregrad oder Dauer der Nervenwurzelkompression. Eine ausgeprägte Atrophie des Musculus multifidus auf der symptomatischen Seite hat jedoch einen hohen prädiktiven Wert für die Notwendigkeit einer chirurgischen Dekompression.


Literatur

1.
Pfirrmann, et al. MR image-based grading of lumbar nerve root compromise due to disk herniation: reliability study with surgical correlation. Radiology. 2004 Feb;230(2):583-8.