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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Mittelfristige Ergebnisse nach isoliertem VKB Ersatz des älteren Patienten – Vergleichende Ergebnisse zweier OP-Techniken

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Johannes Strüwer - Universitätsklinikum Marburg, Orthopädie und Rheumatologie, Marburg, Germany
  • Turgay Efe - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Orthopädie und Rheumatologie, Marburg, Germany
  • Thomas M. Frangen - Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Klinik für Unfallchirurgie, Marburg, Germany
  • Benjamin Bücking - Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg, Germany
  • Susanne Fuchs-Winkelmann - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Orthopädie und Rheumatologie, Marburg, Germany
  • Bernd Ishaque - Universitätsklinikum Gießen und Marburg Standort Gießen, Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Gießen, Germany
  • Jan Schmitt - Universitätsklinikum Giessen und Marburg, Klinik für Orthopädie und Rheumatologie, Marburg, Germany
  • Ewgeni Ziring - Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI52-616

DOI: 10.3205/12dkou296, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou2965

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Strüwer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Indikation zum VKB-Ersatz wird bei einem Patientenalter unter 45 Jahren als unumstritten angesehen. In Bezug auf den VKB-Ersatz beim älteren aktiven Patienten besteht in der Literatur Uneinigkeit. Zudem liegen in der aktuellen Literatur nur wenige Ergebnisse zum klinischen und funktionellen Outcome dieses Patientenkollektives vor. Ziel der Studie war daher im Rahmen eines mittelfristigen Follow- up eine Evaluation des klinischen Status, des Akitivitätsniveaus sowie der Progredienz degenerativer Veränderungen beim über 45 jährigen Patienten durchschnittlich 36 Monate nach isoliertem VKB-Ersatz, durchzuführen.

Methodik: Im Rahmen der Studie wurden 41 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 49,1 Jahren durchschnittlich 36 Monate nach isoliertem VKB-Ersatz nachuntersucht. Bei allen Patienten bestand präoperativ nach klinisch-radiologischen Kriterien höchstens eine diskrete Gonarthrose (max. Kellgren-Lawrence Grad I). 19 Patienten wurden mittels Miniarthrotomie und Zweikanaltechnik unter Verwendung eines autologen BTB Transplantats versorgt. 22 Patienten wurden in einer arthroskopischen Technik mittels STS Transplantat versorgt. Die klinische Evaluierung erfolgte Anhand des IKDC- Scores. Die instrumentelle Stabilitätsmessung wurde mittes Arthrometer KT-1000 durchgeführt. Der Aktivitätslevel wurde gemäß Tegner-Score evaluiert. Die Beurteilung degenerativer Veränderungen erfolgte anhand der radiologischen Scores nach Jäger-Wirth und Kellgren-Lawrence. Die erhobenen Einzelparameter wurden einer Korrelationsanalyse zugeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Evaluierung nach IKDC erbrachte in der STS Gruppe in 80,3% einen Normal bis fast Normalbefund. In der BTB Gruppe konnte in 75,6% der Patienten ebenfalls ein Normal bis fast Normalbefund erhoben werden. Die KT-1000 Messung zeigte eine maximale manuelle vordere Schublade bis zu 3 mm in 88,6% für die PTS bzw. in 81,8% für die STS Gruppe. Die Tegenerscoreauswertung zeigte ein durchschnittl. Aktivitätsniveau von 4,9 für die BTB bzw. 5,3 für die STS Gruppe. Die radiologische Arthroseevaluierung nach Jäger-Wirth zeigte bei 38,4% der Pat. einen Arthrosegrad I, bei 35,5% der Pat. einen Arthrosegrad II und bei 17,6% der Pat. einen Arthrosegrad III. Eine viertgradige Arthrose konnte insgesamt bei 8,5% der Pat. nachgewiesen werden. Analoge Ergebnisse zeigten sich in der Analyse gemäß Kellgren-Lawrence. Die Korrelationsanalyse zeigte in der STS und in der BTB Gruppe signifikante Korrelationen zwischen klinischem Befund, Kniegelenksstabilität, sowie dem Aktivitätsniveau. Im Vergleich beider Op-Techniken konnten bei überwiegend stabilen Kniegelenken und klinisch guten Resultaten, keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die ermittelten Parameter nachgewiesen werden. Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes stellt somit bei entsprechendem Aktivitätsgrad und fehlenden oder nur geringen degenerativen Veränderungen des Kniegelenkes, unabhängig von OP-Technik und Transplantattyp, auch bei älteren Patienten eine Indikation für den VKB-Ersatz dar.