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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Korrelation zwischen Muskeldegeneration der Rotatorenmanschette und Glenoidmorphologie bei degenerativen Schultergelenkserkrankungen

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Sebastian Herrmann - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Orthopädie, Berlin, Germany
  • Christian König - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Julius Wolff Institut, Berlin, Germany
  • Carsten-Frank Perka - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Orthopädie, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Germany
  • Stefan Greiner - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Orthopädie, Berlin, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI51-474

DOI: 10.3205/12dkou287, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou2873

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Herrmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Eine Veränderungen der Glenoidmorphologie und eine Insuffizienz der Rotatorenmanschette sind häufige Begleitpathologien bei degenerativen Schultergelenkserkrankungen, wobei ein möglicher Zusammenhang zwischen beiden nicht sicher geklärt ist. Exzentrische Glenoidbelastungen in Folge der Deformierung des Humeruskopfes oder einer Rotatorenmanschetteninsuffizienz(RMI) sind eine m ögliche Ursache. Es wird der Zusammenhang zwischen der fettigen Infiltration(FI) der Rotatorenmanschette und der Glenoidmorphologie bei 54 Patienten mit primärer Omarthrose oder Defektarthropathie analysiert, mit der Fragestellung, ob zwischen den gemessenen Parametern ein Zusammenhang besteht.

Methodik: In CT-Datensätzen von 54 Patienten (Ø Alter 73 Jahre) mit Defektarthropathie (Hamada/Fukuda Grad 1=5; 2=2; 3=6; 4a=9; 4b=11) oder primärer Omarthrose (Samilson/Prieto Grad 2=3; 3=5; 4=12) wurden die FI von M. Supraspinatus (SSP), M. Infraspinatus (ISP), M. Teres minor (TMIN) und M. Subscapularis (SSC) nach Goutallier klassifiziert, sowie mittels einer Region-of-Interest Analyse in Houndsfield Units (HU) quantifiziert. Die Inklination und Version des Glenoids wurden im 3D-Modell mittels eines Sphere-Fit Protokolls bestimmt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Korrelationsanalysen mit einem Signifikanzniveau von p<0,05.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Patienten mit Defektarthropathie wiesen eine signifikant geringere Retroversion auf (-3,6° vs. 14,1°; p<0.01). Die Inklination unterscheidet sich nicht sign. und beträgt im Mittel 15°. Es zeigt sich eine signifikante negative Korrelation zwischen der FI von SSP (Korrelationskoeffient KK -0,349; p=0.005), ISP (KK -0,417; p=0.01), TMIN (KK -0,388; p=0,002) sowie SSC (KK 0,324; p=0,008) und dem Ausmaß der Glenoidretroversion. Die craniale Inklination korreliert signifikant mit der FI von SSP (KK=0,229;p=0,048) und ISP (KK=0,32;p=0,009).

Das Maß der Glenoiderosion hängt von der FI der Rotatorenmanschette ab. Patienten mit degenerativen Veränderungen der Schulter weisen bei geringerer FI eine höhere Glenoidretroversion auf. Eine höhergradige FI von SSP und ISP korreliert mit einer größeren Inklination. Diese Ergebnisse sind bei der Implantation einer anatomischen, bzw. inversen Schultertotalendoprothese von kl inischer Relevanz.