gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Die physiologische Remodellierung des J-Spanes bei Behandlung knöcherner Glenoiddefekte im Rahmen rezidivierender traumatischer vorderer Schulterluxation

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • presenting/speaker Alexander Auffarth - PMU Salzburg, Univ.-Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Salzburg, Austria
  • Philipp Moroder - PMU Salzburg, Univ.-Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Salzburg, Austria
  • Herbert Resch - PMU Salzburg, Univ.-Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Salzburg, Austria

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI43-1371

DOI: 10.3205/12dkou227, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou2273

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Auffarth et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Im Falle posttraumatisch rezidivierender vorderer Schulterluxationen liegen häufig relevante knöcherne Glenoiddefekte vor. Als Therapie solcher Defektsituationen am Glenoid wurde die J-Span- Plastik als erfolgversprechende Behandlungsoption vorgestellt. Ziel dieser Studie war es nun, den Prozeß der Remodellierung des ursprünglich rechteckigen Knochenspanes zu dokumentieren.

Methodik: Einunddreißig Patienten, welche wegen rezivierender vorderer Schulterluxationen bei signifikantem anteriorem Glenoiddefekt mit einer J-Span-Plastik versorgt worden waren wurden in die Untersuchung eingeschlossen. In 20 dieser Fälle lag eine lückenlose radiologische Dokumentation mit 3D-CT der betroffenen Schulter präoperativ, postoperativ und nach einem Jahr vor. Anhand dieser Bildunterlagen wurden in frontaler Ansicht des Glenoid an der 3D-Rekonstruktion die Veränderung der Glenoidfläche, des Glenoiddurchmessers und die Defektfläche des Glenoid von präoperativ bis 1 Jahr postoperativ vermessen.

Ergebnisse: Der mittlere Glenoiddurchmesser nahm von 81,0% präoperativ auf 110,4% postoperativ zu (p<0.001). Nach einem Jahr fand man eine signifikante Reduktion des mittleren Glenoiddurchmessers auf 100,6% (p<0.001) was dem theoretischen Idealdurchmesser von angenommenen 100% des gesunden Glenoid entspricht (p=0.73). In gleicher Weise fand sich eine Zunahme der durchschnittlichen Glenoidfläche von präoperativ errechneten 80,8% auf den postoperativen Wert von 110,0% (p<0.001). Auch in dieser Hinsicht konnte eine signifikante (p<0.005) Reduktion der Glenoidfläche auf 102,2% nach einem Jahr dokumentiert werden, was wiederum annähernd der angenommenen Idealgröße von 100% entsprach (p=0.15). Weiters konnte durch die angewandte Operationsmethode eine Reduktion der mittleren Defektfläche am Glenoid von 19,2% auf 3,9% postoperativ erreicht werden (p<0.001). Dieser Wert wies bei nach einem Jahr mit einer durchschnittlichen Reduktion von 3,6% keine statistisch relevante Veränderung auf (p=0.90).

Schlussfolgerung: Bei Anwendung der J-Span-Plastik zur Behandlung knöcherner Glenoiddefekte nach traumatisch bedingter vorderer Schulterluxation kann eine physiologische Remodellierung des Glenoid nahe an die ursprüngliche, unversehrte Form erreicht werden. Jene Anteile des Spanes, welche außerhalb der kreisförmigen durch den Humeruskopf druckbelasteten Fläche liegen, resorbieren sich, wobei jene Anteile innerhalb dieser Zone erhalten bleiben. Dadurch ändert sich die Form des ursprünglich rechteckigen Spanes durch Resorption seiner kranialen und kaudalen Kanten, wodurch eine gebogene Form entsteht, was die Intention einer anatomischen Glenoidrekonstruktion zusätzlich unterstützt.