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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Kostet Ausbildung Geld? Quantifikation von Ausbildungskosten bei Arthroskopie des Kniegelenks vor dem Hintergerund der aktuellen g-DRG Matrix

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Pierre Göbel - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany
  • Thomas Randau - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany
  • Dieter C. Wirtz - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany
  • Sascha Gravius - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI42-460

DOI: 10.3205/12dkou218, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou2181

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Göbel et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Im Zuge des zunehmend fehlenden operativen Nachwuchses erlangt die operative Ausbildung innerhalb der operativen Fächer zunehmend an Bedeutung. Während an Kliniken mit hohem Facharztanteil die Quote der von Assistenzärzten in Weiterbildung durchgeführten Arthroskopien eher niedrig ausfällt, führen Weiterbildungsassistenten an Ausbildungskliniken regelmäßig unter oberärztlicher Anleitung Arthroskopien des Kniegelenkes durch. Nicht steigerungsfähige Z-DRGs (u. a. arthroskopische Operationen am Kniegelenk (I24Z und I18Z) bedingen bei komplexeren Prozeduren zusätzliche ökonomische Sachzwänge, da hier anders als im Bereich der ambulanten Arthroskopie die Verwendung von kostenintensiven Implantaten als Sachkosten nicht abrechnungsfähig ist sowie durch eine PCCL Steigerung kein Mehrerlös erzielt wird.

Zur Klärung dieser Fragestellung quantifiziert die hier präsentierte Studie erstmals vor dem Hintergrund nicht steigerungsfähiger Z-DRGs das Ausmaß der Ausbildungskosten für einen Weiterbildungsassistenten in der arthroskopischer Chirurgie des Kniegelenkes.

Methodik: 120 Patienten mit Indikation zur stationären Arthroskopie mit den DRG-Martices I24Z und I18Z wurden in die prospektive Studie eingeschlossen. DRG Matrix adaptiert wurden die Kosten im operativen Bereich quantifiziert (Kostenbereich 04. und 05. der DRG-Matrix) sowie die stationären Kosten (Kostenbereich 01.) erhoben und einer Kosten-Erlös Evaluation unterzogen. Entsprechend dem Erfahrungsgrad (Anzahl der eigenverantwortlich durchgeführten Arthroskopien) der Operateure wurden diese in drei Gruppen kategorisiert: Kategorie A > 2000, B > 500, C = 0 (Assistenzarzt im ersten Weiterbildungsjahr mit 25 Assistenzen bei Kniegelenksarthroskopien).

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Kosten-Erlös-Evaluation zeigt eine signifikant verlängerte Schnitt-Naht Zeit sowie eine verlängerte Liegezeit der Kategorie C versus A und B (p<0,05). Die Gruppen A und B zeigten bezüglich der Parameter in den Kostenbereichen 01., 04. und 05. keine signifikanten Unterschiede.

Der WBA (Kat. C) generiert durch verlängerte OP Zeiten (55±17min) Mehrkosten von im Mittel 320 Euro im Kostenbereich 04. und 05. (OP) gegenüber der Kat. B und 380 Euro gegenüber Kat. A, zusätzlich fallen Mehrkosten auf stationärer Ebene durch erhöhte Liegezeit von im Mittel 175 Euro gegenüber Kat. B und A an (Kostenbereich 01.). Hieraus genieren sich summierte Mehrkosten in den Kostenbereichen 01., 04. und 05. von 555 Euro gegenüber Kat. A und 495 Euro gegenüber Kat. B pro Arthroskopie.

Die Mehrkosten der Kat. C können innerhalb des DRG-Systems bei nicht steigerungsfähigen Prozeduren nur als defizitäre Beträge bzw. negative Deckungsbeträge der Klinik verbucht werden. Zusammenfassend ist die operative Ausbildung von Weiterbildungsassistenten im Bereich der arthroskopischen Chirurgie des Kniegelenks somit mit erheblichen monetären Defiziten für den Träger vergesellschaftet. Hieraus ergeht die Forderung eines erhöhten Basisfallwertes für Ausbildungskliniken, um diese Kosten teilweise zu erstatten.