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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Die Verwendung von BMP-7 bei Pseudoarthrosen am Fuß und bei gutartigen Knochentumoren

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Gerald Pass - Klinikum Wels, Orthopädie, Wels, Austria
  • Stefan G. Hofstätter - Klinikum Wels, Orthopädie, Wels, Austria
  • Thomas Fingernagel - Klinikum Wels, Orthopädie, Wels, Austria
  • Klemens Trieb - Klinikum Wels, Orthopädie, Wels, Austria

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI37-1425

DOI: 10.3205/12dkou183, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1837

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Pass et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Behandlung von Pseudoarthrosen und benignen Knochentumoren stellen eine besondere Herausforderung im Hinblick auf die Knochenheilung dar. Die Verwendung von Knochenwachstumsfaktoren wie das BMP-7 sind für die Behandlung der Tibiapseudoarthrose mit sehr gutem Erfolg beschrieben. Ziel unserer Studie ist es, die Anwendung von BMP-7 auch bei anderen Lokalisation und Indikation zu untersuchen, als Endpunkt wird die knöcherne Konsolidierung oder die Revision festgelegt.

Methodik: An unserer Klinik wurde rezent bei 14 Patienten BMP-7 (Osigraft, Stryker) angewendet, der Nachuntersuchungszeitraum liegt bei 19,3 Monate (5-40 Monate). Die Indikation zu dieser Behandlung in Kombination mit der Reoperation und inneren Stabilisierung bestand bei 10 Pseudoarthrosen (4 Vorfuß, 1 Mittelfuß, 3 Rückfuß, 2 Tibia) der unteren Extremität und bei 4 gutartigen Knochentumoren (2 Humerus, 1 Tibia, 1 Talus). Bei der Pseudoarthrosengruppe wurden 6 Männer und 4 Frauen mit einem mittleren Alter von 58,1 Jahren (33-80 Jahre) behandelt, bei der Tumorgruppe liegt das mittlere Alter bei 16,75 Jahren (11-24 Jahre, 2 weiblich, 2 männlich). Insgesamt 14 Voroperationen waren in der Pseudoarthrosegruppe (Durchschnitt 1,4 Voroperationen/Fall) zu verzeichnen, bei den Tumoren lediglich jeweils eine offene Biopsie.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Bei der klinischen Nachuntersuchung gaben in beiden Gruppen alle Patienten vollständige Beschwerdefreiheit an. Intra- und postoperative Komplikationen waren in keinem Fall zu beobachten. Die Tumoren zeigten einen knöchernen Durchbau in allen Fällen, bei den beiden Humeruszysten wurde die Entfernung der TENS Nägel komplikationsfrei durchgeführt. Bei einer Patientin wurde eine MTP-1 Arthrodese mit Fremdknochen und Plattenstabilisierung nach Transplantatresorption aufgelöst und in eine Resektionsarthroplastik umgewandelt, diese Patientin ist in Normalschuh beschwerdefrei mobil. Bei einer OSG-Reathrodese ist trotz Schmerzfreiheit der Patientin mit rheumatoider Arthritis nur eine fibröse und keine knöcherne Konsolidierung erreicht, eine weitere Revision lehnt die Patientin als nicht notwendig ab. Der knöcherne Durchbau war bei allen anderen Patienten nach spätestens drei Monaten erreicht.

Diese Ergebnisse zeigen, das BMP-7 für ein breites Anwendungsspektrum bei der Behandlung von Pseudoarthrosen und gutartigen Knochentumoren geeignet ist und ein komplikationsarmes Verfahren mit hoher Sicherheit darstellt.