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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

The bigger the better – Zehn Jahre Überlebensrate (ÜLR) nach zementierten und zementfreien Schlittenendoprothesen in Patienten mit einem BMI >36.

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Klaus Schlüter-Brust - St. Franziskus Hospital Köln, Orthopädie 1, Köln, Germany
  • Karoline Kugland - Klinikum der Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Köln, Germany
  • Gregor Stein - Klinikum der Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Köln, Germany
  • Peer Eysel - Klinikum der Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Köln, Germany
  • Gustav Bontemps - Fabricius Klinik Remscheid, Remscheid, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI33-1607

DOI: 10.3205/12dkou143, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1437

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Schlüter-Brust et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In den letzten Jahrzehnten hat sich die Knieendoprothetik zu einem erfolgreichen Standartverfahren in der orthopädischen Chirurgie entwickelt. Zunehmend werden jüngere und aktivere Patienten mit einer Prothese am Kniegelenk versorgt. Hier gewinnt der unikompartimentäre Kniegelenksersatz (UKA) in den letzten ein bis zwei Dekaden zunehmend an Bedeutung. Wenig wurde bislang über die Überlebensrate dieser Prothese in Bezug zum Köpergewicht der Patienten beschrieben. Dürfen Patienten mit einem BMI von >36 mit einer UKA versorgt werden?

Methodik: Die vorliegende prospektive Studie beschreibt die klinischen Ergebnisse von 236 Patienten nach unikompartimentellen Kniegelenksersatz (UKA). Das Knee Society Rating System (KSRS) wurde bei allen Patienten prä- und postoperativ angewendet. Zur Ermittlung der 10-Jahres-Überlebensrate wurde eine Kaplan-Maier-Analyse in der Gesamtgruppe und zusätzlich in drei unterschiedlichen Gewichtsgruppen (BMI< 30, BMI zwischen 30 und 36, BMI >36) durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 201 Prothesenträger waren zum Zeitpunkt der Untersuchung am Leben. 41 Patienten waren verstorben. Daraus resultiert ein Gesamtüberleben nach 10 Jahren (Knee at risk = 201) von 94,07%. In der Gewichtsgruppe mit einem BMI von < 30 lag die 10 Jahre ÜLR bei 93,4%. Die Gewichtsgruppe mit einem BMI zwischen 30 und 36 hatte eine 10 Jahre ÜLR von 91,3% und in der Gruppe mit einem BMI > 36 wurden keine Revisionen verzeichnet. Demnach lag die 10 Jahres ÜLR bei 100%. Der mittlere Beobachtungszeitraum betrug 10.4 Jahre (Maximum 18.7 Jahre). Der Knee Score (KSRS) zeigte einen signifikanten Anstieg von präoperativ 33.5 Punkte auf postoperativ 94 Punkte. Der Function Score zeigte einen ebenfalls signifikanten Anstieg von 54.7 auf 83.6 Punkte. Das Bewegungsausmaß steigerte sich im Durchschnitt von 106.8 auf 122.3 Grad. Es gab 13 Revisionsoperationen, von denen 2 (0.99%) traumatische und 4 (1.99%) nicht-traumatische Lagerluxationen waren. Es wurden drei Revisionen (1.49%) aufgrund von aseptischer und 2 Revisionen (0.99%) aufgrund traumatische Lockerung der Tibia-Komponente durchgeführt. Eine Infektion (0.49%) und eine Fehlimplantation (0.49%) führten des Weiteren zu einer Revisionsoperation.

Zementierter und zementfreier medialer unikompartimenteller Kniegelenksersatz zeigt in dieser Studie unter strenger Indikationsstellung eine sehr hohe Überlebensrate und dies im Besonderen auch bei übergewichtigen Patienten mit einem BMI > 36. Dabei ist sie signifikant kostengünstiger, zeigt eine geringere Morbidität mit einem geringeren Risiko für ernsthafte Komplikationen und ergibt eine signifikante Verbesserung der Knie- und Funktions-Scores. Demnach sollten wir diese operative Methode öfter und auch bei schwereren Patienten in Erwägung ziehen. As mentioned: The bigger the Better!