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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Das schwere Schädel-Hirn-Trauma: Pupillomotorik zusammen mit der motorischen Komponente übertreffen die Outcome Vorhersagegenauigkeit des Glasgow Coma Scale (GCS)

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Michael Hoffmann - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Unfallchirurgie, Hamburg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI28-408

DOI: 10.3205/12dkou115, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1155

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Hoffmann.
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Text

Fragestellung: Eine frühe und zuverlässige Abschätzung des Outcome ist essentiell für die Therapiestrategieplanung und Ressourcenallokation im Rahmen des Polytrauma-Managements. Ziel der Studie ist die Evaluation der Outcome Vorhersagegenauigkeit des GCS, seiner Komponenten und des Pupillenstatus (Pupillengröße und -motorik).

Methodik: Die retrospektive Kohorten-Analyse wurde auf Grundlage der Datenbank des Traumaregisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie durchgeführt. Eingeschlossen wurden ausschließlich direkt zugewiesene Patienten (interhospital-transferierte Patienten wurden ausgeschlossen) mit vollständiger Dokumentation des GCS und des Pupillenstatus und Vorliegen eines schweren SHT (AIS>=3). Der prädiktive Wert des GCS und seiner Komponenten sowie der Pupillengröße und -motorik auf das Outcome (Überleben bis zur Krankenhausentlassung) wurde mittels Receiver Operating Characteristics (ROC) und Multivariater Regressionsanalyse durchgeführt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 24,115 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Die höchste Prädiktions-Genauigkeit für das Outcome generiert sich aus der Pupillomotorik (ROC=0.770) und der motorischen GCS Komponente (ROC= 0.797). Aus der Kombination beider Komponenten (ROC= 0.822) ergibt sich eine dem GCS überlegene Outcome Vorhersagegenauigkeit (ROC= 0.808). Anisokorie in Kombination mit fehlender Lichtreaktion zeigten 95% der SHT Patienten. Nur 8% dieser Patienten zeigten ein gutes Outcome (Glasgow Outcome Scale >= 4).

Die motorische Komponente beinhaltet die höchste Outcome-Vorhersagegenauigkeit innerhalb des GCS. Das Vorhersagemodell aus Pupillenreaktion und motorischer GCS Komponente ist dem GCS signifikant überlegen. Der Pupillenstatus determiniert das Outcome von Patienten mit einem GCS-Wert von 3 und beeinflußt Therapieentscheidungen und Ressourcenallokation.