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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

High Activity Scores nach Knie-TEP

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Jean-Yves Jenny - Hôpitaux Universitaires de Strasbourg, CCOM, Illkirch, France
  • Yann Diesinger - Strasbourg, France

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI20-314

DOI: 10.3205/12dkou069, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou0691

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Jenny et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Auswertung der Ergebnisse nach Kniegelenkersatz kann durch klinische und funktionelle Scores oder durch vom Patienten ausgefüllte Quality-of-Life-Fragebögen, die eher allgemein oder Knie-spezifisch sein können, erfolgen. Möglicherweise können klassische Bewertungssysteme feine Unterschiede in der postoperativen Phase nicht erkennen, weshalb High Activity Scores entwickelt wurden.

Methodik: 100 Patienten, 64 Frauen und 36 Männer mit einem Durchschnittsalter von 70,7 Jahren, welche eine Knie-TEP erhalten hatten, wurden mit mehr als einem Jahr Follow-up nachuntersucht.

Der klinische und funktionelle Teil des Knee Society Scores wurde während einer Kontroll-Untersuchung mehr als ein Jahr nach der Operation erfasst. Zur gleichen Zeit wurden drei Fragebögen zur Lebensqualität von den Patienten ausgefüllt, ohne Hilfe des medizinischen Personals: ein "konventioneller" Fragebogen (Oxford Knee Score) und zwei High Activity Scores (High Activity Arthroplasty Score und Activity Scale for Arthroplasty Patients). Die Quality-of-Life-Scores wurden einzeln mit den Knee Society Scores verglichen. Die interne Validität der einzelnen Scores wurde durch Berechnung des Alpha-Cronbach Koeffizienten ermittelt. Der Vergleich zwischen den Ergebnissen wurde durch Berechnung des linearen Korrelationskoeffizienten und des Spearman-Korrelationskoeffizienten durchgeführt. Das Vorhandensein eines Decken- oder Bodeneffekts wurde überprüft, in dem die Anzahl der Fälle mit der maximalen Punktzahl minus einer Standardabweichung (Decke) oder mit der minimalen Punktzahl plus einer Standardabweichung (Boden) beurteilt wurden. Die Normalverteilung wurde mit einem Shapiro-Wilk-Test analysiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die interne Validität war gut für alle Scores, mit einem Alpha-Cronbach Koeffizient über 0,80 für alle von ihnen. Es gab eine signifikante Korrelation zwischen den Quality-of-Life-Scores und den Knee Society Scores für den einzelnen Patienten. Es gab einen signifikanten Deckeneffekt für den Knee Society Score und den Oxford-Score (jeweils 51% und 36%). Der Deckeneffekt war kleiner für beide High Activity Scores (jeweils 19% und 23%). Kein Ergebnis war normal verteilt.

Knee Society Score und Oxford-Score zeigen einen signifikante Deckenffekt nach Kniegelenksersatz. Die Folge ist eine erhebliche Schwierigkeit, subtile Unterschiede zwischen Patienten mit einem guten Ergebnis zu erkennen. Die High Activity Scores sind strenger, und es ist schwieriger, die maximale Punktzahl zu erzielen. Dies ermöglicht eine genauere Analyse der besseren Ergebnisse. Die nicht-normale Verteilung aller dieser Scores könnte einen signifikanten Nachteil adrstellen. High Activity Scores ermöglichen eine bessere Analyse der guten Ergebnisse nach Kniegelenkersatz als Standard-Scoring-Systeme.