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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Neue Lösung für ein altes Problem – Distraktionsarthrodese des Iliosakralgelenks

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Frank Hassel - Loretto-Krankenhaus, Freiburg, Wirbelsäulenchirurgie, Freiburg, Germany
  • Jörg Beck - Loretto-Krankenhaus, Freiburg, Wirbelsäulenchirurgie, Freiburg, Germany
  • Amir Steinitz - Loretto-Krankenhaus, Freiburg, Wirbelsäulenchirurgie, Freiburg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI15-119

DOI: 10.3205/12dkou039, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou0391

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Hassel et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Inzidenz des ISG als Prozentsatz bei tieflumbalen Rückenschmerzen wird in der Literatur mit bis zu 30% angegeben (Schwarzer et al., Spine 1995). Es gibt umfangreiche Literatur über die Theorie des radikulären und pseudoradikulären Schmerzes. Das ISG als Schmerzgenerator spielt hierbei eine große Rolle. Gerade nach Fusionsoperationen der unteren LWS klagen viele Patienten über Beschwerden im ISG. Konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Infiltrationen oder Denervationen bringen oft nur vorrübergehende Besserung. Die Arthrodese des ISG, als definitive Lösung des Problems, wurde in der Vergangenheit aufgrund vielfältiger Probleme und schlechter Ergebnisse nur zurückhaltend eingesetzt. Seit 1936 sind in der Literatur ca. verschieden OP-Verfahren beschrieben, von denen sich keines wirklich dauerhaft etablieren konnte. Die Distraktionsarthrodese des ISG mit einem speziellen Implant im Hohlschraubendesign wurde 2009 erstmalig in Deutschland durchgeführt.

Methodik: In unserer Klinik wurden bisher 25 Patienten mit dieser Methode behandelt. Es stehen nun erste Ergebnisse nach 3, 6 und 12 Monaten bereit. Bei unseren Patienten wurden sowohl Daten über die VAS , den Oswestry-Disability-Index und die Patientenzufriedenheit erhoben, als auch die Implantatlage CT-basiert nachuntersucht.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Hierbei zeigten sich erste vielversprechende Ergebnisse: Der VAS-Wert verbesserte sich von präoperativ 8,5 auf postoperativ 2,1 bis zu 2,7 nach 6 Monaten. Der ODI von präoperativ 52% über 59% postoperativ auf 38% nach & Monaten. Die Implantatlage variierte in der sagitalen Ebene zwischen 39 und 45°, axial zwischen 34 und 42°, was im Rahmen der anatomischen Variationsbreite liegt. Die Patienetenzufriedenheit ist sehr groß, mehr als 90% würden die Operation bei sich nochmals durchführen lassen bzw. diese einem Freund empfehlen. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, es liegt hier eine sichere Operationsmethode zur Arthrodese des ISG vor, welche minimalinvasiv ohne wesentliches Muskeltrauma durchgeführt werden kann.Die Methode berücksichtigt ossäre Veränderungen als auch neuro-vaskuläre Strukturen und lässt sich gut reproduzieren. Langfristige Studien müssen die guten Frühergebnisse jedoch erst bestätigen (Abbildung 1 [Abb. 1]).