gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Valdierung eines Parameters zur Einschätzung der Beweglichkeit des endoprothetisch versorgten Kniegelenks aus Patientensicht

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Thoralf Liebs - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Orthopädie, Kiel, Germany
  • Wolfgang Herzberg - Asklepios Westklinikum Hamburg, Chirurgische Abteilung, Hamburg, Germany
  • Wolfgang Rüther - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Orthopädische Klinik, Hamburg, Germany
  • Martin Russlies - Universitätsklinikum Lübeck, Orthopädie, Lübeck, Germany
  • Joachim Hassenpflug - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Orthopädische Klinik, Kiel, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI12-1355

DOI: 10.3205/12dkou013, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou0137

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Liebs et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Trotz Fortschritte in der Kniegelenksendoprothetik sind nur zwischen 54% und 75% aller Patienten zufrieden mit dem Ergebnis der Operation. Um daher notwendige großangelegte Studien in diesem Gebiet durchführen zu können sind Erhebungsinstrumente erforderlich, welche valide Ergebnisse ohne die Notwendigkeit einer körperlichen Untersuchung erzielen können. Leider lassen die vorhandenen Erhebungsinstrumente jedoch nur begrenzt Aussagen über die Kniegelenksbeweglichkeit zu, so daß diesbezüglich bislang häufig auf eine körperliche Untersuchung nicht verzichtet werden kann.

Ziel dieser Studie war es, eine Methode zu evaluieren, bei der die Beweglichkeit des Kniegelenks vom Patienten abgefragt wird.

Methodik: Bei 494 Patienten mit Kniegelenksersatz, welche an insgesamt drei Multizenterstudien zu Evaluation der Behandlung nach Kniegelenksersatz teilgenommen haben, wurden die Patienten 3, 6, 12 und 24 Monate nach der Operation aufgefordert, zusätzlich zur Zufriedenheit mit der Operation und dem Western Ontario and McMasters Universities Arthritis Index (WOMAC) auch Ihre Kniegelenksbeweglichkeit einzuschätzen. Es waren vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben (keine wesentliche Bewegungseinschränkung, leichte Bewegungseinschränkung, starke Bewegungseinschränkung, vollständige Bewegungseinschränkung, wobei zu jeder Anwortmöglichkeit Anker vorgegeben waren, um dieser Einschätzung zu konkretisieren. Die statistischen Analysen umfaßten multivariate Regressionen, um die Assoziation dieser Selbsteinschätzung auf die Funktionsskala des WOMAC und auf die Patientenzufriedenheit zu testen.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Keine wesentliche Bewegungseinschränkung wurde zu den Zeitpunkten 3, 6, 12, und 24 Monate nach der Operation von 46.7%, 56.8%, 64.6% und 67.9% aller Patienten angegeben. Eine leichte Bewegungseinschränkung wurde von 43.8%, 37.5%, 28.7% und 26.5% angegeben. Der prozentuale Anteil der starken Bewegungseinschränkung war mit 9.6%, 5.7%, 5.9%, 5.3% nach 6 Monaten postoperationem relativ konstant. Die multivariate Analyse zur Berücksichtigung mehrerer Confounder (Alter, BMI, Geschlecht) ergab hochsignifikante Assoziationen dieser Bewegungsselbsteinschätzung zur Funktionsskala des WOMAC und zur Patientenzufriedenheit.

Die Beweglichkeit des endoprothetisch versorgten Kniegelenks kann mittels einer Frage mit einer statistisch hochsignifikanten Assoziation zu patientenrelevanten Outcomes erfaßt werden. Sollten sich diese Ergebnisse an weiteren Datensätzen bestätigen, wäre dieses Instrument nicht nur für Qualitätsindikatoren aus Patientensicht, sondern auch als Ergänzung für existierende Instrumente zur Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität geeignet.