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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

5-Jahres-Migrationsergebnisse eines unzementierten Hydroxylapatit beschichteten Hüftschafts – Eine prospektive Studie mit 218 Fällen

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Martin Clauss - Kantonsspital Baselland (Liestal), Orthopädie und Traumatologie, Liestal, Switzerland
  • Marc Goosens - Maria Middelares Hospital, St-Martens-Latem, Belgium
  • Catherine van der Straeten - Maria Middelares Hospital, St-Martens-Latem, Belgium

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI11-677

DOI: 10.3205/12dkou006, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou0060

Veröffentlicht: 2. Oktober 2012

© 2012 Clauss et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Im Rahmen einer prospektiven Studie soll das Migrationsverhalten und die klinischen und radiologischen Ergebnisse eines unzementierten komplett Hydroxylapatit-beschichteten Femurschaftes (twinSys® Mathys Medical, Schweiz) untersucht werden.

Methodik: In die Studie wurden 218 Hüfttotalprothesen (HTP) bei 211 Patienten eingeschlossen. Nachuntersuchungen wurden nach 2, 5, 12, 24 Monaten und nach 5 Jahren durchgeführt. 5 Jahre postoperativ wurde mittels EBRA die Schaftmigration gemessen. Zusätzlich wurden radiologische Veränderungen durch einen unabhängigen Untersucher (MC) und die klinischen Ergebnisse dokumentiert. Das Durchschnittsalter bei Operation betrug 68.4 Jahre (36-85 Jahre). Das Durchschnittsgewicht lag bei 73.5kg (45-115kg) und der durchschnittliche BMI bei 26.6 kg/m2 (17.1-41.5 kg/m2).

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Von den eingeschlossenen 211 Patienten starben 26 (28 HTPs) und 23 kamen nicht mehr zur Nachuntersuchung. 5 Patienten (5 HTP) wurden revidiert: In 2 Fällen (1%) erfolgte ein isolierter Pfannenwechsel. 2 Schäfte (1%) mussten aufgrund einer periprothetische Fraktur nach adequatem Trauma revidiert werden. Ein Schaft (0,5%) musste aufgrund einer aseptischen Schaftlockerung revidiert werden.

Die Bilder von 89 Fällen (23 Männer und 66 Frauen) konnten mit EBRA vermessen werden. Die durchschnittliche Migration nach 2 Monate betrug 0.0mm, nach 2 Jahren 0.66mm und nach 5 Jahren 0.71mm. In 22 Fällen war die Migration >1.5mm (1.8-5.5mm), in 2 Fällen zeigte sich eine progredientes Absinken. Alle anderen Schäfte zeigten lediglich eine initiale Migration mit sekundärer Stabilisierung. Die beiden progredient absinkenden Schäften zeigten radiologisch keine Osteolyse oder Saumbildung. Die radiologische Analyse zeigte in 2 Fälle kleine Osteolysen. 19 Fälle zeigten eine Saumbildung in Zone I, einer in Zone VII und einer in beiden Zonen. In 17 Fällen war eine Resorption des Kalkars erkennbar. Ossifikation (Grad I nach Brooker) waren in 14 Fällen zu sehen und Grad II-III in 4. Der Präoperativer Harris Hip Score verbesserte sich von 37.6 auf 96.1 Punkte (max. 100 Punkte) nach 5 Jahren.

Ein progrediente Einsinken des Femurschaftes in den ersten beiden Jahren nach der Operation ist ein etablierter Risikofaktor für eine spätere aseptische Schaftlockerung nach HTP. 5 Jahre postoperativ zeigte das untersuchte Kollektiv kein besorgniserregendes Einsinken oder vermehrte radiologische Veränderungen. Die rechteckige Form des Schaftes mit guter Primärstabilität sowie eine verlässliche Osseointegration aufgrund der Hydroxylapatit-Beschichtung (Sekundärstabilität) haben zu hervorragenden 5-Jahres-Ergebnisse geführt. Der twinSys® Schaft zeigt mittelfristig vergleichbar gute Ergebnisse mit anderen etablierten zementfreien Implantatsystemen.