gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Modulation tumorassoziierter Angiogenese- und Entzündungsmediatoren durch antiinflammtorisches (-)-Epigallocatechin-3-gallat und den IL-1-Rezeptorantagonisten in humanen Osteosarkomzellen

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • S.A. Ender - Universitätsklinikum Greifswald, Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Greifswald, Germany
  • A.-S. Hönicke - Medizinische Fakultät der EMAU-Greifswald, Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie, Greifswald, Germany
  • R. Brandt - Medizinische Fakultät der EMAU-Greifswald, Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie, Greifswald, Germany
  • J. Radons - Medizinische Fakultät der EMAU-Greifswald, Hanshagen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO18-272

DOI: 10.3205/11dkou663, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou6638

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Ender et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Die chronische Inflammation wurde als weiteres Charakteristikum zahlreicher Krebserkrankungen wiederentdeckt. Viele Karzinome entstehen auf der Grundlage eines chronischen Entzündungsmileus. Von besonderer Bedeutung für den Transformationsprozess von Zellen ist das proinflammatorische IL-1, welches eine zentrale Rolle bei der tumorassoziierten Entzündung spielt. Neue Untersuchungen weisen auf erhöhlte IL-1-Serumkonzentrationen in einem Tiermodell des humanen Osteosarkoms hin. Bei Patienten mit Knochensarkomen wurden erhöhte Serumkonzentrationen tumorwachstumsfördernder Zytokine (IL-6, IL-8, VEGF) gefunden, was mit einer schlechteren Prognose korrelierte. Ziel der Studie war es, den Effekt von (-)-Eepigallocatechin-3-gallat (EGCG), ein antikarzinogener Inhaltsstoff des Grünen Tees, auf IL-1-vermittelte tumorassoziierte Entzündungs- und Angiogenesefaktoren allein bzw. in Kombination mit einem IL-1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra) bei humanen Osteosarkomzellen (U2-OS) darzustellen.

Methodik: U2-OS Zellen wurden mit IL-1 stimuliert und anschließen mit EGCG, IL-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra) und einer Koinkubation beider Substanzen zeit- und dosisabhängig behandelt. Die IL-6, IL-8, MMP-2 und VEGF Sekretion wurde mittels Sandwich-ELISA bestimmt. Zur Analyse der Zellvitalität und -integrität wurden der MTT-Assay durchgeführt und die Aktivität der Caspasen 3 und 9, als Nachweis für erfolgte Apoptose, bestimmt. Messwerte wurden mit dem nichtparametrischen Mann-Whitney-Test statistisch ausgewertet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die IL-1-induzierte IL-6-, IL-8- und MMP-2-Sekretion wurde durch EGCG herunterreguliert. Dieser Effekt wird durch eine Koinkubation mit EGCG und IL-1Ra verstärkt. Die Behandlung mit EGCG und IL-1Ra wies außerdem einen hemmenden Effekt auf die VEGF-Sekretion auf. Dabei hatten die verwendeten Stimulanzien in der eingesetzten Konzentration keinen Effekt auf die Zellvitalität und -integrität. Die durch EGCG nachgewiesene Herunterregulierung der IL-1-vermittelten turmorassozierten Angiogenese- und Entzündungsmediatoren (IL-6, IL-8 und VEGF), welche verstärkt werden kann durch IL-1Ra, führt zu einer positiven Beeinflussung des tumorassoziierten Entzündungsmileus bei Osteosarkomzellen und damit zu einer geringeren Angiogenese und Invasivität dieser Zellen. Unsere Daten könnten zukünftig von klinischer Bedeutung sein für neue Ansätze im Rahmen der Entwicklung von Begleittherapien des Osteosarkoms.