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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Klinische Ergebnisse von Patienten, die nicht zur Nachuntersuchung zur Verfügung stehen

Meeting Abstract

  • P. Trobisch - Shriners Hospital for Children, Orthopaedic Surgery, Philadelphia, USA
  • P. Ricart - New York University, Division of Spine Surgery, New York, USA
  • N. Bharucha - New York University, Division of Spine Surgery, New York, USA
  • R. Langenhan - Hegau-Klinikum GmbH, Klinik für Unfallchirurgie, Singen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO18-387

DOI: 10.3205/11dkou655, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou6559

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Trobisch et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Obwohl eine hohe Nachuntersuchungsquote bei klinschen Studien allgemein als wichtig gilt, ist der Einfluss der Nachuntersuchungsquote auf das Studienergebnis nicht hinreichend genug untersucht. Eine niedrige Nachuntersuchungsquote deutet möglicherweise auf eine hohe Patientenunzufriedenheit hin, was letztendlich in einer Verzerrung der Ergenbisse resultiert. Ziel dieser Studie war es, Patienten, die nicht zur Nachuntersuchung zur Verfügung standen, mit solchen zu vergleichen, die zur Nachuntersuchung zur Verfügung standen. Wir hypothesieren, dass zur Nachuntersuchung verlorene Patienten schlechtere klinische Ergebnisse aufweisen.

Methodik: Alle Patienten einer skoliose-spezifischen Internetplatform wurden eingeladen, einen Online-Fragebogen auszufüllen, der neben demographischen Daten auch den validierten SRS-22 Fragebogen zur Lebensqualität erfasst. Zusätzliche Fragen befassten sich mit der Therapie sowie dem weiteren Verhalten des Patienten hinsichtlich Nachuntersuchungen. Jene Patienten, die eine operative Versorgung einer adoleszenten idiopathischen Skoliose hatten, die mindestens 12 Monate zurück lag wurden analysiert. Entsprechend der Tatsache, ob die Patienten postoperativ ihren Orthopäden wechselten oder nicht, erfolgte die Einteilung in „verfügbar“ bzw. „nicht-verfügbar“ zur Nachuntersuchung.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Von 271 eingereichten Fragebögen erfüllten 81 die Einschlusskriterien (39 „verfügbar“, 42 „nicht verfügbar“) und wurden für diese Studie analysiert. Die Gruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich Alter bei OP, Art des operativen Zuganges, Anzahl der versteiften Segmente oder Revisionsrate. Signifikante Unterschiede fanden sich beim Ausmaß der operativen Korrektur der Hauptkrümmung sowie beim Nachbeobachtungszeitraum (Zeit seit OP). Es erfolgte eine Subanalyse, bei der die Patienten hinsichtlich Nachbeobachtungszeitraum gematched wurden. Die Subanalyse ergabe signifikante Unterschiede bei den SRS-22 Domänen „Funktion“, „Schmerz“ und „mentale Stärke“ zugunsten der „verfügbaren“ Patienten. Patienten, die nicht zur Nachuntersuchung zur Verfügung standen, hatten signifikant schlechtere klinsche Ergebnisse. Ziel klinischer Studien sollte eine hohe Nachuntersuchungsquote sein.