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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Braune Tumoren und ihre histomorphometrischen Unterschiede bei bekanntem primärem oder sekundärem Hyperparathyreoidismus

Meeting Abstract

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  • T.O. Klatte - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hamburg, Germany
  • J. Zustin - Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Hamburg, Germany
  • J.M. Rueger - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hamburg, Germany
  • M. Amling - Institut für Osteologie und Biomechanik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocWI66-609

DOI: 10.3205/11dkou416, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou4164

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Klatte et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Der Braune Tumor im Rahmen eines primären oder sekundären Hyperparathyreoidismus stellt in unserer heutigen Zeit eine Rarität dar. Dennoch sind Braune Tumore (BT) immer noch ein aktuelles Thema hinsichtlich der Differentzialdiagnose der unklaren Osteolyse, wie die konstante Zahl der Fallberichte in der aktuellen Literatur der letzten Jahre zeigt.

Die Ursache eines primären Hyperparathyreoidismus (pHPT) wird in den meisten Fällen durch ein Nebenschilddrüsenadenom verursacht und geht mit einer Hypercalcämie einher. Hingegen ist bei einem sekundären Hyperparathyreoidismus (sHPT) eine Hypocalcämie die auslösende Ursache, welches am häufigsten durch ein chronisches Nierenversagen verursacht wird.

Trotz der unterschiedlichen Störungen der Calciumhomöostase gibt es bis heute keine Studie, die die knochenspezifischen histomorphomterischen Unterschiede zwischen Braunen Tumoren infolge pHPT und sHPT beschreibt.

Methodik: Es wurden zu diesem Zweck 5 Biopsien von Braunen Tumoren bei klinisch und laborchemisch gesichertem pHPT und 4 Biopsien von BT bei sHPT histomorphometrisch ausgewertet (2 Männer, Durchschnittsalter: 51 Jahre, und 7 Frauen, Durchschnittsalter; 54,7 Jahre). Alle Biopsien wurden unentkalkt eingebettet und histologisch aufgearbeitet. Die statistisch strukturelle Analyse wurde unter Nutzung des Osteomeasure Systems entsprechend der ASBMR Standards durchgeführt. Die Analyse beinhaltete die Bestimmung der Anzahl der Osteoklasten pro Fläche (N.Oc/T.Ar) im Tumor, als auch in einem definierten Bereich des Tumorrandes des Knochenvolumen (BV/TV), Osteoidvolumen (OV/BV), Osteoidoberfläche (OS/BS), Anzahl Osteoblasten pro Fläche (N.Ob/T.Ar), (N.Oc/T.Ar), Osteoblastenoberfläche zu Knochenoberfläche (Ob.S/BS), Osteoklastenoberfläche zu Knochenoberfläche (Oc.S/BS). Mittels der statistischen Analyse wurde auf Korrelation und Ähnlichkeit der Korrelationskoeffizienten zwischen pHPT und sHPT getestet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die histologischen Ergebnisse zeigten einen signifikanten Unterschied der N.Oc/T.Ar im Tumor mit 366,78 /mm,mm2 bei sHPT zu 133,57 /mm,mm2 bei pHPT. Im Tumorrand fand sich bei den Patienten mit einem sHPT eine deutlich ausgeprägte Osteoidose (OV/BV 53,28%) im Vergleich zu denen mit einem pHPT (OV/BV 2,93%). Die Osteoklasten pro Fläche (N.Ob/T.Ar) fanden sich bei sekundärem HPT in der Tumorperipherie ebenfalls vermehrt gegenüber denen bei primärem HPT. Das Knochenvolumen zeigte sich jedoch hingegen bei allen Fällen leicht vermindert mit einem Mittelwert von 15,76% BV/TV.

Unsere Ergebnisse zeigen das ein Brauner Tumor infolge eines sHPT aufgrund von deutlich ausgeprägter Osteoidose in der Tumorperipherie und einer statistisch signifikant erhöhten Anzahl von Osteoklasten im Tumor selbst von einem BT bei pHPT differenziert werden kann.

Die Studie stellt, nach unserem besten Wissen, die erste vergleichende histomorphometrische Charakterisierung der Braunen Tumore infolge eines primären oder sekundären HPT da.