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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Therapieerfolg der konservativen Therapie bei schwerer infantiler idiopathischer Skoliose

Meeting Abstract

  • P. Trobisch - Shriners Hospital for Children, Orthopaedic Surgery, Philadelphia, United States
  • A. Samdani - Shriners Hospital for Children, Orthopaedic Surgery, Philadelphia, United States
  • C. O'Neil - Hahnemann University Hospital, Orthopaedic Surgery, Philadelphia, United States
  • R. Betz - Shriners Hospital for Children, Orthopaedic Surgery, Philadelphia, United States
  • P. Cahill - Shriners Hospital for Children, Orthopaedic Surgery, Philadelphia, United States

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocWI55-378

DOI: 10.3205/11dkou347, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou3475

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Trobisch et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Bei der infantilen idiopathischen Skoliose (IIS) handelt es sich um eine orthopädische Rarität. Eine spontane Regredienz kann bei der Mehrzahl der Patienten erwartet werden. Schwere Fälle der IIS haben jedoch aufgrund der eventuellen Lungenrestriktion einen potentiell lethalen Verlauf und sollten aktiv behandelt werden. Eine wichtige Säule der Therapie bildet die Gips- bzw. Korsettredression. Während ein enormer Anstieg der Studien über wachstumslenkende Instrumentationen zu verzeichnen ist, finden sich In der medizinischen Literatur jedoch kaum Studien, die sich mit der konservativen Therapie der IIS beschäftigen. Ziel dieser Studie war es, den Erfolg bzw. Misserfolg der konservativen Therapie bei schweren Formen der IIS zu analysieren.

Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Datenanalyse, aller Patienten mit IIS, die zwischen 2003 und 2009 entweder mittels Rumpfgips oder Korsett in unserer Klinik behandelt wurden. Die Indikation zur Gips- bzw. Korsettversorgung wird an unserer Klinik ab einem Cobb-Winkel von >35 Grad, einer dokumentierten Progredienz von >5 Grad oder einer Rib-Vertebral-Angle-Difference (RVAD) von >20 gestellt. Primäres Studieninteresse galt der Zahl der Versagerquote (Versager = Notwendigkeit einer Operation). Sekundär erfolgte eine Risikofaktorenanalyse für Therapieversager. Chi2 und T-Test dienten der statistischen Auswertung mit einer Signifikanz bei p< 0.05.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 25 Kinder mit einem durchschnittlichen Alter von 11 Monaten und einem durchschnittlichem Cobb-Winkel von 46 Grad bei Diagnosestellung wurden analysiert. 7 (28%) wurden bei einem Nachuntersuchungszeitraum von 28 Monaten als Therapieversager angesehen. Als einziger signifikante Risikofaktor wurde der prätherapeutische Cobbwinkel (55 versus 42) identifiziert, während Alter, Geschlecht und RVAD keine Risikofaktoren darstellen. Bei den erfolgreich behandelten Patienten konnte die Skoliose von 42 auf 18 Grad reduziert werden.

Die konservative Gips- bzw Korsettredression führt auch bei schweren Formen der IIS in 3 von 4 Patienten zum Erfolg. Sie sollte einer operativen Versorgung stets vorgeschaltet sein.