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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

25. - 28.10.2011, Berlin

Osteonekrose ist kein Prädiktor für schlechte Ergebnisse bei primären Hüftprothesen: eine systematische Literaturanalyse

Meeting Abstract

  • H.R. Johansson - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt, Germany
  • M.G. Zywiel - Center for Joint Preservation and Reconstruction, Sinai Hospital of Baltimore, Rubin Institute for Advanced Orthopedics, Baltimore, United States
  • D.R. Marker - Center for Joint Preservation and Reconstruction, Sinai Hospital of Baltimore, Rubin Institute for Advanced Orthopedics, Baltimore, United States
  • L.C. Jones - Center for Osteonecrosis Research and Education, Johns Hopkins University Orthopaedics at Good Samaritan Hosp, Baltimore, United States
  • M.A. Mont - Center for Joint Preservation and Reconstruction, Sinai Hospital of Baltimore, Rubin Institute for Advanced Orthopedics, Baltimore, United States

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 97. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 52. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 25.-28.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocWI48-897

DOI: 10.3205/11dkou295, URN: urn:nbn:de:0183-11dkou2957

Veröffentlicht: 18. Oktober 2011

© 2011 Johansson et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die endoprothetische Versorgung des Hüftgelenkes stellt häufig die einzige Behandlungsoption zur Wiederherstellung der schmerzfreien Mobilität nach dem osteonekrose bedingtem Kollaps des Hüftkopfes dar. In älteren Publikationen wurden sehr hohe Revisonsraten beschrieben. Das Ziel dieser Literatur Analyse war zu bestimmen, ob die Revisionsrate bei primärer totaler Hüftendoprothtik bei Patienten mit Osteonekrose sich vom Normal-Kollektiv unterscheidet. Desweiteren soll herausgefunden werden, ob gewisse Risikofaktoren und Grunderkrankungen mit einer erhöhten Revisionsrate einhergehen.

Methodik: Es wurde eine umfassende MEDLINE und EMBASE Suche mit den Schlagworten ´total hip´ ´arthroplasty´, ´replacement´, ´osteonecrosis´, ´avascular necrosis´ durchgeführt. Alle potentiellen Artikel (bis 31.12.2007) wurden erfasst und analysiert. Desweiteren wurden sämtliche Referenzen der entsprechenden Publikationen nach weiteren relevanten Arbeiten untersucht. Diese systematische Literatur-Analyse ergab 67 Publikationen mit 3277 Hüftprothesen in 2593 Patienten, welche aufgrund einer Osteonekrose eine primäre Hüft-Endoprothese erhalten haben. Die einzelenen Studien/Patienten wurden nach Risikofaktoren und Diagnosen (idiopatisch, systemischer Lupus erythematodes, Herz-Transplantation, Sichelzellanämie, M. Gaucher, Niereninsuffizienz mit/ohne Nierentransplantation) aufgeteilt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Es zeigt sich eine signifikante Verringerung der Revisionsraten bei Patienten, welche nach 1990 (3%), im Vergleich zu Patienten, welche vor 1990 operiert wurden (17%). Die Ergebnisse bei Patienten, welche nach 1990 operiert wurden, zeigen ähnliche Ergebnisse, wie im Normalkollektiv, welche in den verschiedenen nationalen Hüftregistern publiziert wurden.

Die Unterteilung in die verschiedenen Risikofaktoren/Diagnosen, konnte zeigen, dass gewisse Grunderkrankungen (Sichelzellanämie, M. Gaucher, Niereninsuffizienz, Nierentransplantation), mit einer schlechteren Prognose einhergehen. Die idiopathische Osteonekrose, posttraumatische Osteonekrose, Osteonekrose bei systemischem Lupus erythematodes und nach Herztransplantation gehen mit niedrigeren Revisionsraten einher. 82% der Patienten in dieser Studie wiesen keine negativen Riskofaktoren auf.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Diagnose einer Osteonekrose nicht zwangsläufig mit einem schlechten Ergebnis bei primären Hüftprothesen verbunden ist, es sei denn, dass gewisse Riskofaktoren/Grunderkrankungen vorliegen.