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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
96. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
51. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

26. - 29.10.2010, Berlin

Können Traumaregister die unterschiedlichen Versorgungstrategien von polytraumatisierten Patienten darlegen? Eine retrospektive Vergleichsanalyse von präklinischem Management der schottischen STAG und dem Traumaregister der DGU

Meeting Abstract

  • U. Brunnemer - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgische Klinik, Hannover, Germany
  • X.X. Tan - Royal Infirmary of Edinburgh, Department of Orhtopaedics, Edinburgh, United Kingdom
  • M. Frink - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgische Klinik, Hannover, Germany
  • C. Krettek - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgische Klinik, Hannover, Germany
  • F. Hildebrand - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgische Klinik, Hannover, Germany
  • C. Probst - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgische Klinik, Hannover, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 96. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 51. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 26.-29.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocWI26-362

DOI: 10.3205/10dkou271, URN: urn:nbn:de:0183-10dkou2712

Veröffentlicht: 21. Oktober 2010

© 2010 Brunnemer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Polytrauma ist die häufigste Todesursache in jüngerem Alter und hat in vielen Ländern der Welt bedeutende volkswirtschaftliche Auswirkungen. Die Frage welches präklinische Versorgungskonzept: Advanced Life Support (ALS) oder Basic Life Support (BLS) überlegen ist, ist Gegenstand aktueller Diskussion.

Diese Arbeit hat das Ziel Argumente für diese Diskussion durch eine Analyse schottischer und deutscher Versorgungskonzepte beizusteuern.

Methodik: Für die Anlayse wurden die aktuellsten Daten des schottischen (Scottish Trauma Audit Group, STAG) und entsprechender Jahrgänge des deutschen Traumaregisters (TR-DGU) aus den Jahren 2000–2002 herangezogen. Verglichen wurden epidemiologische Parameter, präklinische Interventionen, zeitliche Abläufe und das Patientenoutcome. Die Daten wurden mittels des t-Test und des Chi-quadrat-Test der statistischen Analyse auf Signifikanz (p<0,05) unterzogen.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 227 Patienten des schottischen (STAG) und 6.878 Patienten des deutschen (DGU) Traumaregisters wurden in unserer Studie eingeschlossen. Der durchschnittliche ISS der Patienten war statistisch signifikant verschieden und betrug 24,9 für die schottischen beziehungsweise 29,8 für die deutschen Patienten. In der deutschen Gruppe wurden signifikant mehr präklinische Interventionen durchgeführt. Die präklinischen Zeiten waren in der schottischen Gruppe (247±343 min) signifikant länger als in der deutschen (73±41 min). Keine signifikante Differenz bestand in der Mortalität: 23,8% in der schottischen und 22,2% in der deutschen Gruppe. Dennoch zeigte die standardisierte Sterblichkeitswahrscheinlichkeit (standardized mortality ratio, SMR) einen Vorteil für das deutsche Versorgungskonzept von 1,7.

Obwohl statistisch signifikante Unterschiede der Verletzungsschwere und Versorgungszeiten bestehen, konnte unsere Studie lediglich über die SMR geringe Vorteile für das deutsche Notarzt unterstützte Rettungssystem liefern. Um jedoch einen klaren, eindeutigen Vorteil für ein BLS oder ALS System herauszuarbeiten, sollte eine aktuelle prospektive Untersuchung mit gleich großen Gruppen durchgeführt werden, bestenfalls unter Berücksichtigung präklinischer Todesfälle.