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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

22. - 25.10.2008, Berlin

Zusammenhang zwischen Vitamin K Serumkonzentration und Carboxylierung von Osteocalcin in einem Kollektiv junger, gesunder männlicher Probanden

Meeting Abstract

  • A. Niemeier - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Lehrstuhl für Orthopädie, Hamburg, Germany
  • K. Tödter - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, IBM II: Molekulare Zellbiologie, Hamburg, Germany
  • U. Beisiegel - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, IBM II: Molekulare Zellbiologie, Hamburg, Germany
  • W. Rüther - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Lehrstuhl für Orthopädie, Hamburg, Germany
  • S. Humphries - Royal Free and University College Medical School London, Cardiovascular Genetics; BHF Laboratories, London, United Kingdom

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 22.-25.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocPO11-594

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2008/08dkou634.shtml

Veröffentlicht: 16. Oktober 2008

© 2008 Niemeier et al.
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Gliederung

Text

Vitamin K ist ein essentieller Cofaktor für die gamma-Carboxylierung von Osteocalcin. Vitamin K1 (Phylloquinon) stellt in westlichen Industriegesellschaften die wichtigste Form des mit der Nahrung aufgenommenem Vitamin K dar. Es ist bekannt, dass sowohl niedrige Vitamin K1 Serumspiegel als auch hohe Konzentrationen untercarboxylierten Osteocalcins mit erniedrigter Knochenmineralisationsdichte und einem erhöhten Frakturrisiko einhergehen. Die Mehrzahl dieser Studien sind mit Kohorten peri- oder postmenopausaler Frauen durchgeführt worden. Das Ziel dieser Studie war es, das Verhältnis zwischen Vitamin K1 Serumkonzentrationen und dem Carboxylierungsgrad von Osteocalcin junger, gesunder Männer zu untersuchen.

Serum von 190 männlichen Rekruten der Britischen Armee wurde binnen 30 Minuten nach Blutabnahme bei minus 20°C lichtgeschützt eingefroren. Vitamin K1 wurde mittels HPLC bestimmt. Carboxyliertes und untercarboxyliertes Osteocalcin wurden mit einem kommerziellen ELISA Kit (TaKaRa) - welches spezifisch gamma-carboxylierte Glutamatreste des humanen Osteocalcins erkennt - bestimmt. Beide Methoden wurden zuvor mit humanen Testseren unter analogen Lagerungs- und Analysebedingungen validiert. Triglyzerid- und Cholesterin- Serumkonzentrationen wurden mittels enzymatischer Standardverfahren bestimmt.

Es bestand eine deutliche Korrelation von Vitamin K1 Konzentrationen mit Trigylzerid- Konzentrationen (r=0.49, p0.0000) sowie eine schwache Korrelation mit Cholesterin Konzentrationen (r=0.187, p0.0103). Im Gegensatz zu den bisher publizierten Studien mit älteren, vorwiegend weiblichen Individuen, ergab sich aus der jetzigen Studie keine Korrelation von Vitamin K1 Konzentrationen und dem Osteocalcin Carboxlierungsgrad.

Der Vitamin K1 Status junger, gesunder männlicher Individuen scheint unter normalen Ernährungsbedingungen ohne nutritive Vitamin Supplementation keinen wesentlichen Einfluss auf den Carboxylierungsgrad von Osteocalcin zu haben. Diese Beobachtung stützt das Konzept, dass für junge Individuen das Vitamin K Angebot der üblichen Diät westlicher Industrienationen ausreicht, während ältere Personen einen höheren Bedarf an nutritiv zugeführtem Vitamin K, und damit gegebenenfalls an gezielter Nahrungsergänzung haben, um negativen Konsequenzen einer Osteocalcin Untercarboxylierung auf die Knochengesundheit vorzubeugen.