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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

22. - 25.10.2008, Berlin

Bestandsaufnahme zur Versorgung chronischer Rückenschmerzpatienten

Meeting Abstract

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  • E. Broll-Zeitvogel - Parkklinik, Orthopädie, Bad Rothenfelde, Germany
  • J. Bauer - Parkklinik, Orthopädie, Bad Rothenfelde, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 22.-25.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocWI89-711

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2008/08dkou562.shtml

Veröffentlicht: 16. Oktober 2008

© 2008 Broll-Zeitvogel et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Wie wurden Patienten mit chronischen Rückenschmerzen 2007 behandelt?

Methodik: Der Status hinsichtlich Chronifizierung, algesiometrischer Parameter, durchgeführte Behandlungen und aktueller Medikation wurde bei 100 Patienten (52 w., 48 m., Durchschnittsalter 45,7 J.(29-66), die 2007 zur interdisziplinären Schmerztherapie aufgenommen wurden, ermittelt.

Ergebnisse: 2% befanden sich im Stadium I, 32% im Stadium II und 66% im Stadium II nach Gerbershagen. Die durchschnittlich angegebene Schmerzstärke VAS lag bei 7,06. Das Wohlbefinden (Herda und Schafenstein) lag bei 44% unter dem kritischen Wert. Auffälligkeiten beim affektiven Schmerzerleben zeigten 44% und beim sensorischen 16% der Patienten. Der ADS war bei 46% erhöht. Auffälligkeiten im PDI zeigten sich bei 32%. Bei Insgesamt 27% der Patienten bestanden Co-Morbiditäten (8%Depression, 6% depressive Episode bei Belastung, 6%Somatoforme Schmerzstörung, 4%Phopie). 80% der Patienten hatten regelmäßig Hausarztkontakt. 10% befanden sich in regelmäßiger Behandlung beim Neurologen und 40% beim Orthopäden. Psychotherapeutisch wurden 4% behandelt. Nur 10% der Patienten waren in Behandlung eines Schmerztherapeuten. In den letzten 3 Monaten erhielten 52% der Patienten keine KG oder physikalisch-balneologische Anwendungen. In der Gruppe der Patienten mit therapeutischen Maßnahmen (48%) erhielten 4 Patienten regelmäßig intravenöse Schmerztropfgaben. 10 Patienten erhielten regelmäßig Injektionen (i.m., Facetteninfiltrationen, CT- gesteuerte Injektionen(PDA)).Eine Kombination aus physikalisch-balneologischen Maßnahmen erhielten 40Patienten.Erfahrungen mit einem Schmerzbewältigungstraining hatten 2 Patienten und mit einem Entspannungsverfahren 8 Patienten. 23% (15m, 8w) Patienten erhielt keine medikamentöse Schmerztherapie, 26% (14m, 12w) eine Bedarfsmedikation und 51% (19m, 32w) eine regelmäßige Medikation. Bei der Bedarfsmedikation handelte es sich in 73% um eine Monotherapie (63,4% NSAR, 21,1% Opioid Stufe II-Tropfen, 10,5% Novaminsulfontropfen). Bei der Kombinations-Bedarfsmedikation (27%) in 3 Fällen um eine Kombination aus NSAR und unretardiertem Opioid Stufe II. In der Gruppe der Patienten mit regelmäßiger Medikation (51%, 19m, 32w) erhielten 37,3% der Patienten eine Monotherapie, 39,2% eine 2-er Kombination, 17,6% eine 3-er Kombination und 5,9% mehr als 3 Medikamente.Die unterschiedlichen Medikamentenkombinationen und geschlechtspezifische Unterschiede lassen sich graphisch darstellen.

Schlussfolgerungen: Die Behandlung chronischer Rückenschmerzpatienten zeigt auch 2007 noch deutliche Defizite. Obwohl sich 66% der Patienten im Chronifizierungsstadium III nach Gerbershagen befanden, hatten nur 2% der Patienten Erfahrungen mit Schmerzbewältigungstraining. Zu fordern ist der weitere Ausbau der interdisziplinären Therapie chronischer Rückenschmerzpatienten auf Basis eines bio-psycho-sozialen Behandlungsansatzes, der alle Ebenen des Schmerzerlebens in ein Behandlungskonzept einbezieht.