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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

22. - 25.10.2008, Berlin

Antagonisierung der Nervennarbe nach primärer Nervennaht zur Verbesserung der Regeneration im peripheren Nerven

Meeting Abstract

  • N. Sinis - Universität Tübingen, BG-Unfallklinik, Hand-, Plastische-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Germany
  • P. Schoenle - Universität Tübingen, BG-Unfallklinik, Hand-, Plastische-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Germany
  • A. Kraus - Universität Tübingen, BG-Unfallklinik, Hand-, Plastische-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Germany
  • F. Werdin - Universität Tübingen, BG-Unfallklinik, Hand-, Plastische-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Germany
  • T. Danker - NMI Reutlingen, Reutlingen, Germany
  • E. Guenther - NMI Reutlingen, Reutlingen, Germany
  • C. Masaneck - Neuraxo Düsseldorf, Erkrath, Germany
  • F. Di Scipio - Universität Turin, Ospedale San Luigi, Turin, Italy
  • S. Geuna - Universität Turin, Ospedale San Luigi, Orbassano, Italy
  • D. Angelov - Universität Köln, Anatomisches Institut, Köln, Germany
  • H.-E. Schaller - Universität Tübingen, BG-Unfallklinik, Hand-, Plastische-, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 22.-25.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocWI68-704

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2008/08dkou432.shtml

Veröffentlicht: 16. Oktober 2008

© 2008 Sinis et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Trotz weiterer Fortschritte in der Versorgung von Verletzungen an peripheren Nerven kommt es nach einer primären Nervennaht nur selten zu einer vollständigen. Mit verantwortlich hierfür ist eine Kollagennarbe, die unter physiologischen Bedingungen zu einer Inhibition der aussprossenden Axonregenerate beiträgt. Im Rahmen dieser Studie sollte die Anwendung eines Narbenhemmers, bestehend aus einem Eisenchelator und zyklischem Adenosinmonophosphat, am peripheren Nervensystem nach primärer Nervennaht untersucht werden.

Methodik: In einem Rattenmodell am N. medianus wurde eine Durchtrennung des Nervs vorgenommen. In vier experimentellen Gruppen wurden je 12 Tiere unterschiedlich behandelt: Gruppe 1 - primäre Nervennaht, Gruppe 2 - wie Gr. 1 und Einhüllen der Naht in ein venöses Depot Gruppe 3 - wie Gruppe 2 und Befüllen mit 20µl einer gelartigen Lipidlösung. Gruppe 4 - wie Gruppe 2 und Befüllen mit 20µl des gelartigen Genericums. Der Beobachtungszeitraum betrug insgesamt 12 Wochen. In diesem Zeitraum wurde die funktionelle Regeneration mit dem Greiftest untersucht. Weiterhin wurden die Tiere am Ende des Experiments elektrophysiologisch untersucht. Vor der Perfusion wurde der M. flexor digitorum sublimis entnommen und das Gewicht bestimmt. Anschließend wurden die Gewebe zur histologischen Aufarbeitung entnommen. Eine Elektronenmikroskopische Untersuchung wurde durchgeführt und die Kollagennarbe immunhistochemisch angefärbt.

Ergebnisse: Die maximale Kraft nach 12 Wochen war in allen Tieren vergleichbar und zeigte in keiner Gruppe einen signifikanten Unterschied auf. Dennoch zeigte sich in der funktionellen Untersuchung der Greifkraft eine deutlich frühere Funktion (2-3 Woche) in den Tieren mit Narbenhemmer im Vergleich zu den nicht inhibierten Tieren (4-7 Woche). Auch das Muskelgewicht war bei diesen Tieren deutlich höher. Die Kollagennarbe ließ sich nachweislich (Kollagenfärbung) in allen mit Narbenhemmer behandelten Tieren reduzieren. Die Reizschwelle lag 12 Wochen postoperativ deutlich niedriger bei diesen Tieren und die Nervenleitgeschwindigkeit war signifikant erhöht.

Zusammenfassung: Unter Anwendung eines Eisenchelators ließ sich in einem Rattenmodell am N. medianus nach Durchtrennung des Nervs und primärer Nervennaht eine signifikante Unterdrückung der Narbenhemmung erreichen. Dies führte zu einer deutlich früheren funktionellen Regeneration als bei den unbehandelten Tieren, was sich jedoch bei der langfristigen Entwicklung der Maximalkraft nicht auswirkte.