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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

22. - 25.10.2008, Berlin

Verbesserter struktureller Knorpelersatz nach Implantation charakterisierter autologer Chondrozyten gegenüber dem Ergebnis nach Mikrofraktur

Meeting Abstract

  • M. Bohnsack - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, Hannover, Germany
  • D. Saris - University Medical Center Utrecht, Department of Orthopedics, Utrecht, Netherlands
  • J. Vanlauwe - University Hospitals Leuven, Leuven, Belgium
  • J. Victor - AZ St Lucas Brugge, Department of Orthopedics, Brugge, Belgium
  • M. Haspl - University of Zagreb, Zagreb, Croatia
  • I. Fortems - AZ Sint Jozef Malle, Department of Orthopedics, Malle, Belgium
  • B. Vandekerckhove - AZ St. Jan Brugge, Brugge, Belgium
  • F. Almqvist - Gent University Hospital, Gent, Belgium
  • T. Claes - AZ St Elisabeth Herentals, Herentals, Belgium
  • F. Handelberg - Academisch Ziekenhuis Vrije Universiteit Brussel, Brussel, Belgium
  • L. Koen - SPM Monica Antwerp, Deurne, Belgium
  • J. Van der Bauwhede - AZ Groeninge Kortrijk, Kortrijk, Belgium
  • R. Verdonk - Gent University Hospital, Department of Orthopedics, Gent, Belgium
  • J. Bellemans - University Hospital of Leuven, Department of Orthopedics, Pellenberg, Belgium
  • F. Luyten - University Hospitals Katholieke Universiteit Leuven, Department of Musculoskeletal Sciences, Leuven, Belgium

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 94. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 49. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 22.-25.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocWI47-672

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2008/08dkou282.shtml

Veröffentlicht: 16. Oktober 2008

© 2008 Bohnsack et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Arbeit untersucht vergleichend, ob die selektve Kultivierung autologer Knorpelzellen nach bestimmten Qualitätskriterien (CCI, Fa. Tigenix, Leuven, Belgien) bei symptomatischen femoralen Knorpeldefekten am Kniegelenk ein besseres strukturelles Ergebnis ergibt, als die Behandlung durch Mikrofraktur.

Methodik: In einer prospektiv randomisierten, multizentrischen klinischen Studie wird das histologische und klinische Behandlungsergebnis nach CCI, bei singulären symptomatischen femoralen Knorpeldefekten Grad III/IV am Kniegelenk, mit dem Ergebnis nach Mikrofraktur verglichen. Mindestens ein Jahr postoperativ wird bei allen Patienten eine klinische Nachuntersuchung sowie eine Kontrollarthroskopie mit Biopsie aus dem Defektbereich durchgeführt. Der Eingriff erfolgt nach Einwilligung durch die Patienten und Genehmigung durch die Ethikkommission. Alle Proben werden verblindet durch unabhängige Histopathologen untersucht und nach verschiedenen histomorphometrischen Scores ausgewertet. Das klinische Ergebnis wird mit dem „Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score“ (KOOS) bewertet.

Ergebnisse: Das Patientenalter lag zwischen 18- und 50 Jahren. Bei 57 Patienten wurde eine autologe Chondrozytentransplantation nach selektiver Züchtung (CCI) durchgeführt, 61 Patienten erhielten eine Mikrofraktur. Die histomorphometrische Auswertung der Kontrollbiopsie zeigte einen signifikant besseren strukturellen Aufbau des regenerierten Knorpelgewebes nach CCI gegenüber dem nach Mikrofraktur (p=0.003) sowie ein signifikant höheres histologisches Scoreergebnis (p=0.012). Das klinische Behandlungsergebnis war demgegenüber bei der Nachuntersuchung (12 bis 18 Monate postoperativ) gleichwertig. Ein Unterschied in der Komplikationsrate fand sich nicht.

Schlussfolgerungen: Ein Jahr postoperativ lässt sich bei symptomatischen femoralen Knorpeldefekten am Kniegelenk durch die selektive Kultivierung autologer Knorpelzellen nach bestimmten Qualitätskriterien gegenüber der Mikrofraktur, bei gleichem klinischen Behandlungsergebnis, ein signifikant besseres strukturelles Ergebnis erreichen. Vermutlich ergibt sich dadurch ein besseres Ergebnis auf lange Sicht.