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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

24. - 27.10.2007, Berlin

Gerätesporttauchen erhöht den Knochenabbau

Meeting Abstract

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  • W. Gfrörer - Univ. Klinik Greifswald, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Greifswald, Germany
  • G. Fusch - Universitätsklinik, Abteilung Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Greifswald, Germany
  • C. Fusch - Universitätsklinik, Abteilung Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Greifswald, Germany
  • A. Ekkernkamp - Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsklinikum Greifswald, Greifswald, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 24.-27.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. DocW71-1779

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2007/07dkou744.shtml

Veröffentlicht: 9. Oktober 2007

© 2007 Gfrörer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In Deutschland sind nach Angaben der Tauchgeräteindustrie bis zu 1 Million Sporttaucher aktiv. Aseptische Knochennekrosen werden bei Tauchern mit dekompressionsbedingten Embolien assoziiert. Bei Berufstauchern mit ca. 530 Stunden Aufenthalt im Wasser innerhalb von fünf Jahren konnte gezeigt werden, dass die Knochendichte im Bereich der Oberschenkelhälse reduziert ist. Um zu untersuchen, ob moderates Gerätetauchen im Nullzeitbereich Osteoporose verursacht, haben wir bei 15 tauchenden Probanden verschiedene Knochenstoffwechselmarker während eines einwöchigen Tauchaufenthaltes gemessen.

Methodik: Bei 10 Gerätetauchanfängern und 5 gerätetaucherfahrenen Probanden wurden im Rahmen einer prospektiven Studie die Knochenaufbaumarker BAP-Serum und CICP-Serum, sowie die Knochenabbaumarker CTX-Serum, CTX-Urin, PYD-Serum und PYD-DPD-Urin während eines einwöchigen Gerätetauchaufenthaltes mit durchschnittlich 8 Tauchgängen gemessen. Während dieser Zeit wurden ausschließlich Nullzeittauchgänge durchgeführt und die Aufstiegsgeschwindigkeiten lagen immer unter 10m pro Minute.

Ergebnisse: Bei allen Teilnehmern zeigte sich im Vergleich der Tage -2 und +5 bzw. +6, trotz Korrektur der Knochenmarker bezüglich der circadianen Variation, mit Hilfe des Wilcoxon Test eine signifikante Zunahme der Knochenabbaumarker. CTX- Serum war um +95,84% (absolut von 336 + 142 auf 550 + 231 pmol/l), CTX- Urin in Höhe von +16% (absolut von 315 + 161 auf 378 + 156 μmol/l), sowie PYD- Serum um +79% (absolut von 1,5 + 0,2 auf 1,7 + 0,3 nmol/l) gegenüber den erwarteten Konzentrationen erhöht. PYD/DPD-Urin blieb dagegen beinahe unverändert (absolut von 30 + 8,90 auf 30 + 7,09 nmol/l). Der Knochenaufbaumarker CICP-Serum war mit -13,89% nicht signifikant (von 179 + 110 auf 154 + 90 ng/ml), und BAP mit -1,15% (von 26 + 9,4 auf 24 + 8,6 U/l) ebenfalls nicht signifikant erniedrigt.

Schlussfolgerung: Aufgrund der vorliegenden Daten ist auch bei moderatem Nullzeitsporttauchen mit bewusst langsamen Aufstiegsgeschwindigkeiten und unter Einhaltung aller gängigen Tauchempfehlungen mit einem Knochenabbau zu rechnen. Die Ursachen sind noch unklar. Um einer schleichenden Osteoporose vorzubeugen ist ein regelmäßiges osteogenes Krafttraining in zeitlichem Abstand zum Tauchen empfehlenswert.