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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

24. - 27.10.2007, Berlin

Ausbildung in praktischen Fertigkeiten: Lehre in der Unfallchirurgie und Orthopädie

Meeting Abstract

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  • M. Ruesseler - Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany
  • I. Marzi - Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany
  • F. Walcher - Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 24.-27.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. DocW35-674

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2007/07dkou540.shtml

Veröffentlicht: 9. Oktober 2007

© 2007 Ruesseler et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Verschiedene internationale Untersuchungen haben gezeigt, dass die Studierenden in praktischen Fertigkeiten nicht ausreichend ausgebildet werden. In den chirurgischen Fachdisziplinen, gerade in der Unfallchirurgie und Orthopädie, sind praktische Basisfertigkeiten jedoch für das Verständnis des Faches von essentieller Bedeutung. Trotz Neugestaltung des Curriculums Chirurgie nach den Vorgaben der neuen Approbationsordnung zeigte sich im Rahmen praktischer Prüfungen Bedarf an einem intensiveren Training in praktischen Fertigkeiten. Kann die Ausbildung in praktischen Fertigkeiten durch eine Überarbeitung des Curriculum intensiviert werden?

Methodik: Unter Nutzung des Lernzielkataloges entstand ein dreistufiges Ausbildungskonzept. Die Studierenden erlernen außerhalb des klinischen Kontextes im Skills lab den Umgang mit chirurgischen Instrumenten und erste Basisfertigkeiten. Diese werden im Simulationstraining an Manikins erweitert und vertieft. Hier spielt neben den reinen Fertigkeiten die Verhaltenskomponente eine wesentliche Rolle. Im Rahmen des Blockpraktikums erfolgt die Integration und Anwendung der erlernten Fertigkeiten im Stations- und Ambulanzalltag. Hierbei erhalten die Studierenden neben der Betreuung durch die Stationsärzte eine Supervision durch speziell geschulte Tutoren, die weitere praktische Fertigkeiten mit den Studierenden erarbeiten bzw. die erlernten evaluieren und ggf. verbessern. Um die Ausbildung in praktischen Fertigkeiten zu vereinheitlichen, wurden die wesentlichen Arbeitsschritte jeder Fertigkeit im Konsens der Lehrenden in Form von Checklisten festgelegt. Diese sind bereits ein wesentlicher Bestandteil praktischer Prüfungen und dienen dort einer objektiven Beurteilung des Studierenden. Im Rahmen des dargestellten Konzeptes bilden sie die Ausbildungsgrundlage für die Lehrenden und Lernenden in jeder Stufe. Studierende im Blockpraktikum, im PJ und Famuli haben in Pilotphasen die einzelnen Ausbildungsstufen absolviert und evaluiert. Eine weitere Evaluation erfolgte durch die Lehrenden.

Ergebnisse: In jeder Ausbildungsstufe konnten die Lernziele von allen Lernenden im definierten Zeitrahmen erreicht werden. Von den Studierenden und Lehrenden wurden das Gesamtkonzept und die einzelnen Ausbildungsstufen sehr positiv und als wesentliche Verbesserung in der Ausbildung praktischer Fertigkeiten bewertet. Die Checklisten wurden von beiden Seiten als Unterstützung im Lernen und als Standardisierung der Ausbildung gewertet.

Schlussfolgerung: Bereits im Rahmen der Pilotphasen zeigte sich eine hohe Akzeptanz seitens der Lernenden und Lehrenden. In der subjektiven Einschätzung empfanden die Studierenden durch die "in-vitro"-Stufen vor dem Stationspraktikum mehr Sicherheit in der Durchführung praktischer Fertigkeiten. Ob das Konzept die Fertigkeiten der Studierenden in der Unfallchirurgie, sowie den anderen chirurgischen Fachdisziplinen objektiv messbar verbessert, wird im Rahmen praktischer Prüfungen evaluiert.