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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

24. - 27.10.2007, Berlin

Bioverträglichkeit der Formgedächtnislegierung Nitinol – vergleichende Untersuchung mit Reintitan und Edelstahl am Rückenhautkammermodell

Meeting Abstract

  • P.H. Pennekamp - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany
  • C.N. Kraft - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Düsseldorf, Germany
  • M. Wimmer - Rush University Medical Center, Department of Orthopedics, Chicago, United States of America
  • L. Eschbach - Robert Mathys Stiftung, Grundlagen/Angewandte Forschung, Bettlach, Switzerland
  • B. Burian - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany
  • L.V. von Engelhardt - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany
  • D.C. Wirtz - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 24.-27.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. DocE22-1643

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2007/07dkou102.shtml

Veröffentlicht: 9. Oktober 2007

© 2007 Pennekamp et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Nitinol (NiTi) besitzt ein mechanisches (Superelastizität) und thermisches Formgedächtnis (shape memory effect). Diese Eigenschaften machen das Biometall interessant für den Einsatz in der orthopädischen Chirurgie. Über die Bioverträglichkeit dieser Formgedächtnislegierung existieren aufgrund des hohen Nickelgehalts divergierende Daten. Ziel dieser Studie war, das lokale inflammatorische Potential von Nitinol im Vergleich zu gängigen Materialien wie Reintitan (cpTi) und Edelstahl (SSt) auf mikrovaskulärer Ebene zu untersuchen.

Methodik: Im Rückenhautkammer-Modell am Syrischen Goldhamster wurden mittels intravitaler Fluoreszenzmikroskopie die Perfusion (Plasmafärbung: FITC-Dextran) und die leukozytäre Reaktion (Leukozytenfärbung: Rhodamin-6G) der Skelettmuskulatur nach Implantation der Materialien Nitinol, cpTi und SSt (jeweils n=7; Plättchengröße 2x2x0.5 mm) im Vergleich zu einer leeren Kontrollgruppe (n=7) untersucht.

Ergebnisse: Die Implantation der Nitinol-Plättchen in die Rückenhautkammer führte zu einer transienten, im Vergleich zu cpTi jedoch verzögerten Aktivierung der Leukozyten.Endothelzell-Interaktion mit Erholung im weiteren Zeitverlauf. Im Gegensatz zu SSt, welches eine starke inflammatorische Reaktion des Gefäßsystems hervorrief, wurde bei Nitinol und cpTi keine Beeinträchtigung der mikrovaskulären Integrität in Implantatnähe beobachtet.

Schlussfolgerungen: Auf mikrovaskulärer Ebene besitzen Nitinol und Reintitan eine vergleichbar gute Biokompatibilität. Der verhältnismäßig hohe Nickelgehalt scheint sich im Rückenhautkammermodell nicht negativ auf die mikrovaskuläre Perfusion auszuwirken. Edelstahl induziert dagegen eine ausgeprägte Entzündungsreaktion im quergestreiften Skelettmuskel und ist als Biometall kritisch zu bewerten.