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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

24. - 27.10.2007, Berlin

Erhöhtes Risiko für Handarthrose durch Punktmutation im Matrilin-3 Gen

Meeting Abstract

  • O. Pullig - Waldkrankenhaus “Rudolf Elle“ gGmbH mit, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Jena, Eisenberg, Germany
  • F. Hamann - Waldkrankenhaus “Rudolf Elle“ gGmbH mit, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Jena, Eisenberg, Germany
  • A. Tagariello - Institut für Humangenetik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
  • A. Winterpacht - Institut für Humangenetik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
  • P. Schaller - Kliniken Dr. Erler gGmbH, Abteilung für Handchirurgie und Plastische Chirurgie, Nürnberg, Germany
  • B. Swoboda - Universität Erlangen-Nürnberg Waldkrankenhaus St. Marien, Orthopädische Rheumatologie, Erlangen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 93. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 48. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 24.-27.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. DocE13-561

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkou2007/07dkou025.shtml

Veröffentlicht: 9. Oktober 2007

© 2007 Pullig et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Matrilin-3 (MATN3) ist ein Bestandteil der extrazellulären Matrix von skeletalen Geweben. Mutationen im MATN3 Gen konnten mit milden Formen von Skelettdysplasien wie auch mit Arthrosen im CMC1 Gelenk (erstes Carpometacarpalgelenk) der Hand assoziiert werden. Genetische Untersuchungen an einem isländischen Kollektiv zeigten ein erhöhtes relatives Risiko von 2,1 für CMC1 Arthrose. In einer dänischen Kohorte fand sich jedoch keine statistisch signifikante Assoziation mit CMC1 Arthrose. Wir untersuchten in dieser Arbeit eine deutsche Kohorte von Patienten mit CMC1 Arthrosen mit dem Ziel, eine Korrelation zum Auftreten der MATN3-Punktmutation mit CMC1 Arthrose herzustellen. Gleichfalls wurde auch bei Patienten mit Gonarthrose die Häufigkeit dieser Mutation validiert.

Methodik: Zur Verfügung stand Gewebematerial von 50 Patienten mit radiologisch und symptomatisch gesicherter CMC1 Arthrose (EATON Grad II-IV) und von 176 Patienten mit primärer Gonarthrose. Als Kontrollkollektiv wurde DNA von 356 unverwandten Blutspendern untersucht. Der mutationstragende Bereich wurde durch sequenzspezifische Primer in der PCR amplifiziert und anschließend sequenziert. Um das Auftreten differenter Spleißmuster der MATN3 mRNA bei Mutationsträgern auszuschließen, erfolgte auch eine Sequenzierung der mRNA bei 11 Patienten mit Nukleinsäureaustausch. Hierzu wurde vor Sequenzierung die mRNA in cDNA umgeschrieben. Die statistische Auswertung erfolgte im Chi-Quadrat-Test mit anschließender Bonferroni-Korrektur.

Ergebnisse: Bei Patienten mit CMC1 Arthrose wurden vier heterozygote und ein homozygoter Mutationsträger identifiziert (10%). Demgegenüber ließ sich nur bei 2,5% des Kontrollkollektivs eine Mutation im untersuchten Genabschnitt von MAT3 nachweisen. Hieraus ergibt sich für Mutationsträger ein relatives Risiko von 3,9 an CMC1 Arthrose zu erkranken (p=0,007). Keine Assoziation ergab sich bei Patienten mit Gonarthrose (2,3%, p=0,86). Die Sequenzierung der MATN3 mRNAs der Mutationsträger entsprach den Sequenzdaten der Wildtyp mRNA, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Mutation und der angrenzende Polymorphismus das Spleißverhalten nicht beeinflussen.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstützen die Bedeutung der MATN3 Mutation für die Ausprägung eine CMC1 Arthrose jedoch nicht für das Auftreten einer Gonarthrose. Unsere Ergebnisse korrespondieren mit den an einer isländischen Population erhobenen Daten, sind aber im Widerspruch zur Assoziationsstudie an zwei dänischen Kohorten. Dies ist möglicherweise durch differente diagnostische Kriterien begründet oder liegt an der Auswahl der Kontrollgruppe. Diese wurde jedoch in unserem Fall zufällig gewählt und nicht nach Geschlecht oder Alter abgeglichen.

Es ist davon auszugehen, dass Mutationen in Genen der Knorpelmatrix die Integrität und Stabilität dieser Matrix beeinflussen und somit degenerative Prozesse begünstigt werden.