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27. Deutscher Krebskongress

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

22. - 26.03.2006, Berlin

Lebensqualität nach limitierter versus klassischer Ösophagusresektion beim Barrett-Frühkarzinom

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Diemar Lorenz - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HSK-Wiesbaden, Deutschland
  • Christian Heesen - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HSK-Wiesbaden
  • Florian Graupe - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HSK-Wiesbaden
  • Christian Ell - Medizin. Klinik, Abtlg. für Gastroenterologie, HSK-Wiesbaden
  • Thorsten G. Lehmann - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HSK-Wiesbaden

27. Deutscher Krebskongress. Berlin, 22.-26.03.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. DocPO550

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkk2006/06dkk660.shtml

Veröffentlicht: 20. März 2006

© 2006 Lorenz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Auf die Mukosa beschränkte Karzinome werden an unserem Haus endoskopisch reseziert. Nur bei einer Risikokonstellation ist die Operation indiziert. Ziel dieser Studie war es zu klären, ob eine limitierte Ösophagusresektion nach Merendino (mer) gegenüber der abdominorechtsthorakalen Resektion (art) Vorteile bezüglich der postoperativen Morbidität und Mortalität (M&M) sowie der Lebensqualität (LQ) im Verlauf mit sich bringt.

Material und Methoden: In dem Zeitraum vom 01.07.2000 bis zum 31.10.2004 wurden 40 Patienten mit einem Barrett-Frühkarzinom operiert (26 art, 14 mer). Zur Beurteilung der LQ beantworteten die Patienten 12 Monate postoperativ einen standardisierten Fragebogen. Dieser wurde statistisch ausgewertet, ebenso die klinischen Daten bezüglich M&M.10 Patienten aus der mer-Gruppe und 17 Patienten aus der art-Gruppe wurden zusätzlich endokopisch nachuntersucht.

Ergebnisse: Für die LQ ergaben sich keine signifikanten Unterschiede, jedoch ergab sich eine Tendenz im positiven Sinne für die mer-Gruppe. In der mer-Gruppe war der postoperative Gewichtsverlust niedriger (p<0.05), der Aufenthalt auf Intensivstation (p<0.05) sowie die gesamte Aufenthaltsdauer kürzer (p<0.05). Die pulmonalen Komplikationen sowie die postoperativen Schmerzen waren geringer (nicht signifikant). Die Zahl der entnommenen Lymphknoten betrug im Median 21 (mer) vs. 30, die OP-Dauer war annähernd gleich. Sämtliche Karzinome und die Barrettschleimhaut wurden komplett reseziert (R0). Bei Tumorinfiltration lediglich der Mukosa kam es in keinem Fall zu einer Lymphknotenmetastasierung. Bei den endoskopisch nachuntersuchten Patienten fanden sich bei den meisten Patienten der art-Gruppe histologische Hinweise für einen Reflux, bei der mer-Gruppe jedoch in keinem Fall. Je 2 Patienten aus beiden Gruppen haben erhebliche funktionelle Störungen trotz teils fehlendem morphologischem Korrelat. Im Verlauf nach Monaten verstarben 2 art-Patienten an kardialer Genese.

Zusammenfassung: Die limitierte Ösophagusresektion nach Merendino ist ein technisch anspruchsvoller, der klassischen Resektion vergleichbarer Eingriff mit geringerer Morbidität und ebenso niedriger Mortalität. Bei unseren Patienten ist die LQ im Verlauf vergleichbar, trotz dem bei der endoskopischen Kontrolle nach klassischer Resektion - im Gegensatz zur Resektion nach Merendino - häufig nachgewiesenen Reflux. Tendenziell ergeben sichhinsichtlich der LQjedoch Vorteile für die mer-Gruppe.Wir handelnheute nach einem differenzierten, individuell angepaßten Konzept, nach welchem wir bei Patienten mit einem short-Barrett-Ösophagus mit einem Barrettfrühkarzinom die limitierte Resektion anstreben. Bei Patienten mit einem long-Barrett-Ösophagus mit Frühkarzinom führen wirdieabdomino-rechts-thorakale Resektion durch.