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27. Deutscher Krebskongress

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

22. - 26.03.2006, Berlin

Prognostische Relevanz der Lymphgefäßdichte im Pankreaskarzinom

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Axel Kleespies - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Grosshadern, München, Deutschland
  • Gerald Assmann - Pathologisches Institut der Ludwig-Maximilians-Universität, München
  • Ralf Wilkowski - Klinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Grosshadern, München
  • Udo Löhrs - Pathologisches Institut der Ludwig-Maximilians-Universität, München
  • Joachim Diebold - Pathologisches Institut der Ludwig-Maximilians-Universität, München
  • Karl-Walter Jauch - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Grosshadern, München
  • Christiane Bruns - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Grosshadern, München

27. Deutscher Krebskongress. Berlin, 22.-26.03.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. DocOP121

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkk2006/06dkk231.shtml

Veröffentlicht: 20. März 2006

© 2006 Kleespies et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Pankreaskarzinom hat aufgrund seines aggressiven Wachstums und früher lokaler und hepatischer Metastasierung eine schlechte Prognose. Die Messung der Tumorgefässdichte als Parameter der Neoangiogenese ist etabliert und scheint prognostische Bedeutung zu haben. Kommt der spezifischen Anfärbung von Lymphgefässen und der Quantifizierung der Lymphangiogenese des Pankreaskarzinoms ebenfalls eine klinisch-pathologische Bedeutung zu?

Material und Methoden: Benignes und malignes Gewebe von 40 Patienten mit Pankreaskopfkarzinom sowie Gewebe von 6 Patienten mit chronischer Pankreatitis wurde nach Etablierung spezifischer lymphoendothelialer Färbungen (Podoplanin, Lyve-1, Prox-1, VEGFR-3, VEGF-C und VEGF-D) histomorphologisch sowie quantitativ auf Wachstumsfaktorexpression, Blutgefässdichte, Lymphgefässdichte (LVD), Lymphangioinvasion, lymphatische Metastasierung sowie peritumorale Lymphozyteninfiltration untersucht und mit dem klinischen Verlauf der Patienten korreliert. Die Messungen wurden im Bereich des Tumorzentrums, der Tumorinvasionsfront sowie fibrotischer und benigner Pankreasanteile durchgeführt.

Ergebnisse: Höchste Sensitivität für Lymphendothelzellen bei hoher Spezifität und guter Reproduzierbarkeit im Pankreas zeigt die immunhistochemische Färbung mit Podoplanin. Während in den zentralen Anteilen der häufig multizentrischen Tumore eine Expression lymphangiogener Wachstumsfaktoren nachweisbar ist, finden sich hier nahezu keine Lymphgefässe. Als Zeichen der Lymphangiogenese zeigt sich jedoch eine signifikante Zunahme der Lymphgefässdichte (LVD) an der Invasionsfront des Tumors. Hier ist die LVD um den Faktor 4,5 grösser als in normalem Pankreasgewebe und um den Faktor 8 grösser als im Zentrum des Tumors. Die erhöhte LVD am Tumorrand geht mit einer deutlichen peritumoralen Lymphozyteninfiltration einher, ähnlich einer chronisch fibrosierenden Pankreatitis. Vergleichbar erhöhte LVD Werte finden sich zudem in fibrosiertem tumor-fernen Pankreasgewebe der Tumorpatienten. Die LVD an der Invasionsfront des Pankreaskarzinoms korreliert prognostisch mit der Lymphangioinvasion und der lymphatischen Metastasierung des Tumors.

Schlussfolgerung: Für das Pankreaskarzinom konnten spezifische und sensitive immunhistochemische Lymphgefässfärbungen und eine quantitative Messung der Lymphgefässdichte (LVD) etabliert werden. Die LVD Messung im Bereich der Tumorinvasionsfront scheint prognostische Bedeutung in Bezug auf den lymphatischen Metastasierungsweg des Pankreaskarzinoms zu besitzen. Der ursächliche oder koinzidente Zusammenhang der peritumoralen Lymphangiogenese mit einer peritumoralen lymphozytären Entzündungsreaktion muss weiter abgeklärt werden.