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27. Deutscher Krebskongress

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

22. - 26.03.2006, Berlin

Pflegestandards in der Palliativpflege

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Monika Kern - Zentrum für Palliativmedizin, Malteser Krankenhaus, Rheinische Friedrich-Wilhelms-University Bonn, Deutschland

27. Deutscher Krebskongress. Berlin, 22.-26.03.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. DocIS058

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dkk2006/06dkk058.shtml

Veröffentlicht: 20. März 2006

© 2006 Kern.
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Gliederung

Text

Mit Etablierung der Palliativmedizin in Deutschland hat sich auch für die Krankenpflege ein neues bzw. erweitertes Arbeitsfeld eröffnet. Hospize, Palliativstationen, Ambulante Palliativ- und Hospizdienste sind entstanden. Diese spezialisierten Einrichtungen haben den Vorteil, dass innerhalb kurzer Zeit viel palliativmedizinische- und pflegerische Erfahrung gesammelt werden kann. Damit wurde aber auch deutlich, dass das erlernte Wissen im Rahmen der Krankenpflege nicht ausreicht, um eine Pflege umsetzen zu können, die sich ausschließlich am Bedürfnis des Patienten und seiner Lebensqualität ausrichtet. A. Heller spricht im Zusammenhang von Palliative Care von „radikaler Patientenorientierung“. Diese Form der Betrachtung führt in manchen Bezügen zu einer grundsätzlichen Veränderung pflegerischen Denkens und Handelns. Standards und Leitlinien sind dabei ein geeignetes Instrument zur Haltungs- und Handlungsorientierung. Die meisten bislang verfügbaren Pflegestandards sind aber auf Heilung bzw. Verbesserung des Krankheitszustandes ausgelegt und bilden den Anspruch der Palliativpflege nur unzureichend ab. Die Sektion Pflege der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin hat palliativpflegerische Standards und Leitlinien erarbeitet. Die Symptome und Probleme sind jeweils aus dem Blick des Patienten, der Angehörigen und der Pflegenden beschrieben. Dies ermöglicht ein vertieftes Verständnis für die Gedankenwelt und die daraus jeweils resultierenden Ressourcen, Spannungsfelder und Probleme. Bislang sind Pflegeleitlinien zu den Themen Ernährung, exulcerierende Tumore, Lagerung in der letzten Lebensphase, Lymphödem, Mundpflege, Obstipation, Pruritus, Übelkeit und Erbrechen sowie Umgang mit Verstorbenen erstellt und abgestimmt worden. Diese Leitlinien stellen die Grundlage für bislang fehlende differenzierte Leistungsbeschreibung im Bereich der Palliativpflege dar und können ein Instrument zur Qualitätsverbesserung palliativpflegerischer Versorgung sein.