gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
92. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und
47. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

02. - 06.10.2006, Berlin

Knochen ist ein wichtiges Organ für die Clearance von Chylomikronen Remnants aus dem Plasma in Mäusen

Meeting Abstract

  • A. Niemeier - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Germany
  • D. Niedzielska - IBM II: Molekulare Zellbiologie, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Germany
  • U. Beisiegel - IBM II: Molekulare Zellbiologie, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Germany
  • W. Rüther - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Germany
  • J. Heeren - IBM II: Molekulare Zellbiologie, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 92. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 47. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 02.-06.10.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. DocP.1.1-1099

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2006/06dgu0199.shtml

Veröffentlicht: 28. September 2006

© 2006 Niemeier et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Wir haben gezeigt, dass das Low Density Lipoprotein Receptor-related Protein 1 (LRP1) und Apolipoprotein E (ApoE) als zentrale Moleküle des postprandialen Chylomikronen Remnant (CR) Metabolismus von Osteoblasten exprimiert werden und die Osteoblastenfunktion regulieren. Basierend auf diesen Arbeiten haben wir die Hypothese aufgestellt, dass Knochen wahrscheinlich eine Funktion in der Plasma Clearance von CR besitzt. Das Ziel dieser Studie war, die putative Aufnahme von CR in murinen Knochen in vivo zu untersuchen.

Methoden: Humane CR wurden mit Cy3-Fluoreszenzfarbstoff markiert und intravenös in C57Bl/6 Wildtyp Mäuse injiziert. Immundefiziente SCID Mäuse dienten als Kontrolle zwecks Ausschluss immunologischer Reaktionen. 20 und 60 Minuten post injectionem wurde eine systemische Perfusion durchgeführt, Organe entnommen und für Immunohistochemie und konfokale Lasermikroskopie prozessiert.

Ergebnisse: Von allen analysierten Organen (Leber, Femur, Herz, Skelettmuskel, Fettgewebe, Lunge, Niere, Milz), wurden die stärksten Signale in Leber, Femur und Niere detektiert. 20 Minuten nach Injektion zeigten sich Cy3 Signale in Sinusendothelzellen der Leber und des spongiösen Knochens. Durch Immunfärbungen gegen ApoE wurde der Nachweis erbracht, dass es sich dabei um intakte CR Partikel sowohl in der Leber als auch im Femur handelte. Im Gegensatz dazu resultierten die renalen Signale aus der Aufnahme von freiem Cy3-Farbstoff in proximale Tubuluszellen. 60 Minuten nach Injektion wurde in der Leber eine eindeutige Translokation des ApoE-assoziierten Signals von Sinusendothelzellen in Hepatozyten beobachtet, während ein solcher Weitertransport von Endothelzellen an andere Zellpopulationen des spongiösen Knochens wesentlich schwächer ausgeprägt war. Parallel war eine Dissoziation des Cy3-Farbstoffs von CR Partikeln über die Zeit mit entsprechender Akkumulation im Urin zu beobachten.

Schlussfolgerung: Knochen repräsentiert ein wichtiges Organ für die Clearance von Chylomikronen Remnants aus dem Plasma in Mäusen. Es ist denkbar, dass nach primärer Bindung an Sinusendothelzellen des spongiösen Knochens ein Weitertransport von CR an Osteoprogenitoren und Osteoblasten erfolgt. Aufgrund technischer Limitationen des bisherigen experimentellen Ansatzes konnten wir diese Vermutung bis dato nicht beweisen. Mittels Elektronenmikroskopie und Messung von Markern der Osteoblastenaktivität im Plasma wird diese Möglichkeit derzeit weiter untersucht.