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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
92. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und
47. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

02. - 06.10.2006, Berlin

Embryonale Stammzellen produzieren durch die Zugabe von Gehirnextrakt neuroprotektive Proteine (Neurotrophine)

Meeting Abstract

  • P. Riess - Krankenhaus Köln-Merheim, Klinik für Unfallchirurgie, Lehrstuhl für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universität Witten-Herdecke, Köln, Germany
  • K. Bentz - Institute of Developmental Genetics (GSF), National Research Centre for Environment and Health, München, Germany
  • M. Molcanyi - Institut für Forschung in der Operativen Medizin, Lehrstuhl für Chirurgische Forschung, Köln, Germany
  • U. Schäfer - Institut für Forschung in der Operativen Medizin, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH, Köln, Germany
  • M. Maegele - Krankenhaus Köln-Merheim, Klinik für Unfallchirurgie, Lehrstuhl für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universität Witten-Herdecke, Köln, Germany
  • E. Neugebauer - Institut für Forschung in der Operativen Medizin, Lehrstuhl für Chirurgische Forschung, Köln, Germany
  • B. Bouillon - Krankenhaus Köln-Merheim, Klinik für Unfallchirurgie, Lehrstuhl für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universität Witten-Herdecke, Köln, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 92. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 47. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 02.-06.10.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. DocE.1.3-246

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2006/06dgu0025.shtml

Veröffentlicht: 28. September 2006

© 2006 Riess et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Schädel-hirn-Trauma (SHT) kann zu neurologischen Beeinträchtigungen führen. In experimentellen Studien konnten wir zeigen, dass durch die Transplantation embryonaler Stammzellen (ES Zellen) neurologische Funktionen wieder hergestellt werden können. Allerdings blieben die Mechanismen die zu diesen Funktionsverbesserungen führten weitgehend ungeklärt. Neurotrophine (NGF, BDNF, NT-3) sind eine Gruppe von Proteinen, die vornehmlich aus Neuronen sekretiert werden und das Überleben und das Wachstum von Nervenzellen fördern. Durch die Transplantation von embryonalen Stammzellen in das traumatisch geschädigte Gehirn könnte es zur Produktion von neuroprotektiven Proteinen mit konsekutiver Funktionsverbesserung kommen. In dieser Untersuchung wurde analysiert, ob Embryonale Stammzellen Neurotrophine exprimieren und inwieweit das Gehirngewebe (Gewebe gesunder vs. verletzter (SHT) Tiere) hierzu beiträgt.

Methoden: ES Zellen, Zelllinie: Bac7 (feeder cell dependent cultivation) oder CGR8 (feeder cell free growth) wurden mit Extrakten von Gehirngewebe gesunder oder gehirnverletzter Ratten (Fluid Percussion SHT-Modell) kultiviert. Nach 3, 5, 7 und 10 Tagen wurde der Überstand auf brain-derived neurotrophic factor (BDNF), nerve growth factor (NGF) und neurotrophic factor-3 (NT-3) mittels ELISA analysiert.

Ergebnisse: Es zeigt sich eine signifikante, zeitabhängige Produktion von Neutrophine in beiden ES Zelllinien durch die Zugabe von Gehirngewebeextrakt. Die BDNF Ausschüttung durch die ES Zellen war zwischen dem 3. und 7.Tag am höchsten. Die Produktion von NGF und NT-3 zeigen sich nach Zellkultur mit Gehirnextrakt bei ES Zellen der Zelllinie BAC7. Es zeigte sich bezüglich der Ausschüttung von Neurotrophine kein signifikanter Unterschied ob die Zellen mit Gehirnextrakt von gesunden oder gehirnverletzten Tieren inkubiert wurden.

Schlussfolgerungen: Erstmalig konnten wir mit unseren Ergebnissen zeigen, dass Embryonale Stammzellen durch Zugabe von Gehirnextrakt zu Produktion von Neurotrophine angeregt werden. Somit könnte die Produktion neuroprotektiver Proteine durch die Embryonalen Stammzellen nach der Transplantation in das traumatisch geschädigte Gehirn als ein therapeutischer Mechanismus zur Wiederherstellung neurologischer Defizite betrachtet werden.