gms | German Medical Science

68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten

19. bis 23.10.2004, Berlin

Apoptose-Inhibition in kultivierten Keratinozyten durch non-viralen Gentransfer: ein neues Konzept zur Toleranzinduktion?

Meeting Abstract (DGU 2004)

  • presenting/speaker C. Choi - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum, Hannover
  • K. Reimers - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum, Hannover
  • Y. Choi - The Children's Hospital, Harvard Medical School, Boston, MA
  • S. Kall - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum, Hannover
  • T. Muehlberger - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum, Hannover
  • P. Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Schwerverbranntenzentrum, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 19.-23.10.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dguN4-84

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2004/04dgu0650.shtml

Veröffentlicht: 19. Oktober 2004

© 2004 Choi et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

In der Behandlung Schwerverbrannter sind die frühe Escharexzision und möglichst sofortige Deckung der Wunde neben intensivmedizinischer Therapie von entscheidender Bedeutung. Bei großflächigen Verbrennungen limitiert die Verfügbarkeit ausreichender Spenderareale den sofortigen Wundverschluss durch autologe Hauttransplantation. Abstoßungsreaktionen verhindern die einzeitige, endgültige allogene Deckung. Einen bedeutenden Fortschritt würde hier der Einsatz vitaler, immunologisch tolerierter allogener Haut darstellen. In der vorliegenden Studie wurde die Herstellung allogen transplantierbarer Keratinozyten durch Gentherapie in vitro überprüft.

Methoden

Nach Amplifikation Apoptose inhibitorischer Gene wurden diese in einen Vektor (pcDNA5/FRT/V5-His TOPO®) integriert und kloniert. Es erfolgte die Integration des Vektors in das Genom kultivierter Keratinozyten. In Co-Kultur mit T-Zellen wurde die biologische Aktivität der rekombinanten Keratinozyten überprüft. Dazu erfolgte die quantitative Bestimmung von Cytokinen und Proteinen der Apoptosesignalwege während der Zellinteraktion im Vergleich zu primären Zellen. Apoptose- und Proliferationsrate wurden anhand von Veränderungen der absoluten Zellzahl und der Zellvitalität ermittelt.

Ergebnisse

Die Gene für die Kodierung apoptoseregulatorischer Proteine wurden in das Genom einer etablierten humanen Keratinozytenzelllinie eingebracht. Die Transfektion der DNA-Konstrukte führte zu einer nachweisbaren Proteinexpression der rekombinanten Zellen. In Co-Kultur mit T-Zellen wiesen diese im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant reduzierte apoptotische Aktivität auf.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse dieser in vitro Studie sind vielversprechend hinsichtlich der Entwicklung eines Hautanalogons mit vitalen immunologisch tolerierten Keratinozyten. Die genetische Veränderung zur Expression apoptoseinhibitorischer Moleküle sind zukunftsweisend hinsichtlich einer speziellen Toleranzinduktion kultivierter Keratinozyten. Die Evaluation einer möglichen Immunkompetenz bei allogener Transplantation genetisch modifizierter Zellen bzw. transfizierter Haut in vivo ist Gegenstand derzeitiger Studien.