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68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten

19. bis 23.10.2004, Berlin

Die protektive Wirkung von Leptin in einem multi-hit Traumamodell

Meeting Abstract (DGU 2004)

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  • presenting/speaker M. van Griensven - Medizinische Hochschule Hannover, Experimentelle Unfallchirurgie, Unfallchirurgische Klinik, Hannover
  • A. Jahn - Medizinische Hochschule Hannover, Experimentelle Unfallchirurgie, Unfallchirurgische Klinik, Hannover
  • C. Krettek - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgie, Hannover
  • H. Pape - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 19.-23.10.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dguN2-209

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2004/04dgu0629.shtml

Veröffentlicht: 19. Oktober 2004

© 2004 van Griensven et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Sepsis ist im Rahmen des posttraumatischen Verlaufes eine häufige Komplikation und mit einer Vielzahl von immunologischen Veränderungen assoziiert. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen dem Immunsystem und dem endokrinen System. Das Hormon Leptin scheint protektive Effekte im Rahmen der Sepsis zu haben. Patienten die einen septischen Insult überleben weisen erhöhte Leptin Spiegel auf. Dieser Effekt kann induziert werden durch eine Inhibition der Hypothalamische-Hypophysäre-Adrenale Achse. Weiterhin ist bekannt, daß die Leptinkonzentrationen invers mit IL-6 korrelieren. Ziel dieser Studie war der Einfluß von Leptin in einem multi-hit Traumamodell zu untersuchen.

Methoden

Initial wurde eine Femurfraktur induziert mit anschließendem hämorrhagischen Schock. 48 Stunden später erfolge die Induktion der polymikrobiellen Sepsis mittels zökaler Ligation und Punktion (CLP). Nach Verschluß der Bauchdecke wurde Leptin i.v. appliziert entweder 0,5 µg oder 1 µg. Vehikel wurde als Kontrolle verabereicht. Mortalität, Plasmakonzentrationen von TNF-α, IL-1β, IL-6 und histologische Veränderungen wurden bestimmt. Weitere Kontrollgruppen wurde nur einer Laparotomie unterzogen.

Ergebnisse

Die Kontrollgruppe verzeichnet eine Mortalität von 52%. Die Gabe von Leptin verbessert das Überleben dosisabhängig (40% und 25% Mortalität). Die IL-6 Konzentrationen der Kontrollen sind signifikant höher als die der Leptin-behandelten Tieren (6700 pg/ml vs 3000 pg/ml und 1200 pg/ml). TNF-α und IL-1β Konzentrationen verlaufen ähnlich. Histologisch finden sich Granulozyteninfiltrationen in der Lunge mit Verdickung der interstitiellen Membran, welche signifikant von Leptin verringert werden.

Schlussfolgerungen

In dem multi-hit Modell erscheint eine protektive Wirkung des Leptins denkbar. Aus der inversen Korrelation mit dem IL-6 Verlauf kann eine Wechselwirkung zwischen dem Immun- und Hormonsystem geschlußfolgert werden (indirekter inhibitorischen Effekt des IL-6), da IL-6 die Sekretion von Leptin-stimulierenden Zytokinen wie IL-1 und TNF-a bekanntermaßen inhibiert. Leptin könnte somit eine unterstützende Therapie bei der posttraumatischen Sepsis darstellen.