gms | German Medical Science

68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten

19. bis 23.10.2004, Berlin

Knochenmarktransplantation bei maligner Osteopetrose

Meeting Abstract (DGOOC 2004)

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  • presenting/speaker I. Brach - Universitätsklinikum Duisburg-Essen, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Essen
  • J. Pförtner - Universitätsklinikum Duisburg-Essen, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Essen
  • B. Vehse - Universitätsklinikum Duisburg-Essen, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Essen
  • F. Löer - Universitätsklinikum Duisburg-Essen, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Essen

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 19.-23.10.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dguE9-1099

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2004/04dgu0267.shtml

Veröffentlicht: 19. Oktober 2004

© 2004 Brach et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Die Osteopetrose (M. Albers-Schönberg) ist ein Osteoklastendefekt, meist aufgrund einer Chloridkanalprotein-Mutation. Dadurch entsteht eine massive Hyperostose mit Verlust des hämatopoetischen Knochenmarks. Wegen der fehlenden funktionellen Adaptation und ausschließlicher Geflechtknochenbildung besteht eine erhöhte Frakturgefahr. Die maligne infantile Form wird autosomal-rezessiv vererbt und hat eine hohe Letalität von 70 % bis zum 6. Lebensjahr. Neuerdings besteht in der Knochenmarktransplantation (KMT) ein kurativer Therapieansatz (20% Letalität).

Methoden

Bei postnataler Diagnose einer infantil-malignen Osteopetrose wurde eine HLA-identische KMT im 2. Lebensmonat durchgeführt. Mit 1 Jahr entwickelte sich eine Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) der Haut, welche unter Cyclosporintherapie zur Ausheilung kam mit residuellen bräunlichen Makula. Radiologisch bestätigte sich eine volle Funktion der Osteoklasten. Bei retardiertem Knochenalter bestand mit 2 8/12 Jahren eine regelrechte Spongiosierung der Knochen sowie funktionelle Adaptation der Trajektorien. Der türk. Junge ist motorisch retardiert, kann frei sitzen und versucht sich in den Stand zu ziehen. Es zeigten sich keine Achsabweichung bei freier Beweglichkeit.

Ergebnisse

Nach einem eindrucksvollen Bild einer Osteopetrose des Neugeborenen kann nach erfolgreicher KMT nach 2 Jahren ein vollständig unauffälliger radiologischer Befund erzielt werden, abgesehen von einem verzögerten Knochenalter

Schlussfolgerungen

Die KMT stellt somit sowohl aus hämatologischer als auch aus orthopädischer Sicht die einzige kurative Therapie der malignen Osteopetrose dar.