gms | German Medical Science

68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten

19. bis 23.10.2004, Berlin

Die Televisite zur Nachsorge postoperativer Patienten

Meeting Abstract (DGU 2004)

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  • presenting/speaker R. Eberl - Bergmannsheil, Universitätsklinik, Chirurgie, Bochum
  • A. Kaminski - Bergmannsheil, Universitätsklinik, Chirurgie, Bochum
  • G. Muhr - Bergmannsheil, Universitätsklinik, Chirurgie, Bochum
  • B. Clasbrummel - Bergmannsheil, Universitätsklinik, Chirurgie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 90. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 45. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 19.-23.10.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dguC6-491

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2004/04dgu0102.shtml

Veröffentlicht: 19. Oktober 2004

© 2004 Eberl et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Die Televisite ist eine Anwendung der Telemedizin, die eine Kommunikation des Patienten nach dem Klinikaufenthalt mit dem Arzt im Krankenhaus erlaubt. Diese poststationäre Patientenversorgung ist mit der Endphase der stationären Behandlung vergleichbar. Über eine prospektiv randomisierte Studie soll die Sicherheit und Qualität der Televisite überprüft werden und so eine praktikable verbesserte Versorgung in der poststationären Behandlung realisiert werden.

Methoden

Vor Entlassung erhalten die 8 bis 80 jährigen Patienten nach entsprechender Schulung den Televisitenkoffer. Dieser enthält einen mobilen PC (PaceBook) mit integrierter Touchscreen, Lautsprecher, Mikrofon und integriertem Card Phone, eine hochauflösende Digitalkamera und eine Informationsmappe. Der Patientenrechner ist durch die intuitive Benutzeroberfläche einfach zu bedienen, gut lesbar und somit auch für ältere Patienten geeignet. Über ein integriertes Mikrofon ist eine hochwertige Sprachaufzeichnung möglich. Die betroffene Körperregion wird mit der Digitalkamera unter standardisierten Bedingungen festgehalten, die gesammelten Daten über Mobilfunktechnik übertragen. Die Auswertung erfolgt durch den Arzt in der Klinik, das weitere Vorgehen in der laufenden Behandlung dem Patienten erneut über PC mitgeteilt. Die subjektive Zufriedenheit der Patienten mit den unterschiedlichen Aspekten der Televisite wird durch einen Fragebogen ermittelt.

Ergebnisse

Seit Beginn der Studie im Herbst 2002 wurden 90 Patienten eingeschlossen. Es handelt sich hierbei um Patienten mit verzögerter oder chronischer Wundheilungsstörung, Patienten nach Arthrolyse am Ellenbogen- oder Kniegelenk, erfolgter Schulteroperation und Patienten mit Fixateur externe zum Segmenttransport. Die bisherigen Ergebnisse konnten einerseits eine Verkürzung des stationären Aufenthaltes mit einer rascheren Rückkehr in den Familienkreis, einen höheren Mobilitätsgrad und eine schnellere Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zeigen. Umgekehrt wurde ein negativer Therapieerfolg rasch erkannt und so das frühzeitige Gegensteuern durch erneute stationäre Aufnahme möglich.

Schlussfolgerungen

Durch die Telemedizin ist ein echter Mehrwert für Patienten und Ärzte realisierbar, nach Kosten-Nutzenanalyse eine ökonomische Einordnung in das bestehende System möglich. Bisher konnte eine hohe Akzeptanz der Televisite bei Patienten und Ärzten gezeigt werden, bis Oktober 2004 ist der Einschluß von 300 Patienten in die prospektiv randomisierte Studie vorgesehen. Ungünstige Behandlungsverläufe, welche durch die Transparenz der Telemedizin aufgezeigt werden, die Befürchtung des Wegfallens von Abrechnungsmöglichkeiten und ein System mit mehreren Partnern, bestehend aus Gesetzgeber, Ärzten, Patienten, Klinikverwaltungen, Kostenträgern und Technologielieferanten lässt eine breite Umsetzung erschweren. Der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen und der erhöhte Anspruch der Patienten an eine optimale Versorgung steht dem entgegen.