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67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Einführung und Evaluation eines praxisbezogenen Lehrkonzepts am Beispiel der Sportmedizin

Meeting Abstract (DGU 2003)

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  • corresponding author Christina Maria Roll - Unfallchirurgie, Franz-Josef-Strauss-Alle, 93042, Regensburg, Phone: 0941-944-6840, Fax: 0941-944-6956
  • E. Mayr - Unfallchirurgie, Franz-Josef-Strauss-Alle, 93042, Regensburg, Phone: 0941-944-6840, Fax: 0941-944-6956
  • P. Angele - Unfallchirurgie, Franz-Josef-Strauss-Alle, 93042, Regensburg, Phone: 0941-944-6840, Fax: 0941-944-6956
  • M. Nerlich - Unfallchirurgie, Franz-Josef-Strauss-Alle, 93042, Regensburg, Phone: 0941-944-6840, Fax: 0941-944-6956

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguD15-10

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0372.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Roll et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Das Curriculum zur Ausbildung "Sportmedizin" wird an Deutschen Universitäten sehr heterogen betrieben. Die Sportpraxisausbildung zukünftiger Sportärzte findet häufig lediglich im Rahmen des Allgemeinen Hochschulsports im Sinne eines "Stundensammelns" statt. Sportmedizinausbildung wurde bislang nicht evaluiert. Ziel dieser Arbeit sollte daher sein, ein praxisbezogenes Lehrkonzept aus der Unfallchirurgie für die Sportmedizin zu entwickeln, dieses zu evaluieren und als festen Bestandteil im Curriculum der Medizinerausbildung zu integrieren. Gezielt evaluiert wurden:

a) Akzeptanz der Studenten hinsichtlich eines praxisbezogenen Lehrkonzepts;

b) Erkennbare individuelle Auswirkungen auf das Sportverständnis des Studenten.

Methoden

Basierend auf den Richtlinien der Landesärztekammer wurde ein praxisorientiertes Curriculum (2 Semester) mit folgendem Konzept entworfen: Interdisziplinäre Vorlesungen und eine Blockwoche Sportpraxisausbildung am Sportzentrum bestehend aus Schwerpunkt- und Ergänzungssportarten sowie einem obligatorischen Gesundheitssportblock (Sportförderunterricht, Entspannungstechniken, Tapekurs, Hebetechniken etc. unter Anleitung von Sportdozenten und Unfallchirurgen). Der erste Durchlauf dieses Lehrkonzepts wurde mittels anonymisierter Fragebogen evaluiert. Teilnehmer waren 90 Medizinstudenten (1. klin. Semester bis PJ-Status), welche die Zusatzbezeichnung Sportmedizin erlangen wollen. Fragebögen erfassten Persönlichkeitsprofil, Vorlesungsevaluation und Sportpraxisbewertung (jeweils nach Notensystem von 1-5). Es wurde zusätzlich Raum für individuelle Bemerkungen gewährt.

Ergebnisse

Die Auswertung der Evaluation ergab vollste Zufriedenheit und Akzeptanz der Studenten bezüglich der Gesamtveranstaltung (98,6% Note 1-2). Die professionelle Anleitung während der Praxiswoche wurde von 94% als optimal fachlich-kompetent beurteilt. Daraus resultierende Auswirkungen bezüglich des Sportverständnisses (Noten 1-2) waren: Motivation zu weiterer sportlicher Betätigung (84,7%), Betonung des Spaßfaktors (98.6%), Einblick in neue Sportarten (80,6%) und Verbesserung eigener Sporttechnik (82%). Insgesamt wurde die Praxisorientierung daher von 79,2% als notwendige Voraussetzung für eine optimale Sportmedizin-Ausbildung gefordert. Auffallend positiv wurde von allen Teilnehmern uneingeschränkt die Erfahrung von Zusammengehörigkeitsgefühl, Team- und Gemeinschaftserleben sowie das Ausloten von Grenzen eigener körperlicher Leistungsfähigkeit bewertet

Schlussfolgerungen

Diese Evaluation demonstriert eindeutig die Notwendigkeit einer stärkeren Praxisorientierung in der Medizinerausbildung, was auch beweisend für die Forderung einer Novellierung der Approbationsordnung steht. Das vorgestellte neuartige Lehrkonzept unterstützt ferner Gemeinschaftserleben statt Konkurrenzdenken sowie die Schulung zur Teamfähigkeit. Damit sollte auch das Interesse am Berufsfeld Unfallchirurgie im Sinne einer Teamaufgabe bei den zukünftigen Medizinern zu steigern sein.