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67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Ursachen und Folgen von Mopedunfällen im Kindes- und Jugendalter

Meeting Abstract (DGU 2003)

  • corresponding author Johannes Mayr - Kinderchirurgische Klinik Graz, Auenbruggerplatz 34, 8036, Graz, Phone: 0043-316-385-81151, Fax: 0043-316-385-3775
  • A. Weinberg - Unfallchirurgische Klinik, Johannes-Gutenberg Universität Mainz
  • H. Neugebauer - Unfallkrankenhaus Graz
  • P. Swatek - Kinderchirurgische Klinik Graz
  • G. Schwantzer - Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation
  • A. Berhold - Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguD15-4

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0367.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Mayr et al.
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Gliederung

Text

Studienziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Unfallablauf und posttraumatischen Unfallfolgen von Mopedunfällen zu untersuchen. Kinder- und Jugendlichen (Alter bis 18 Jahre) - Mopedunfälle wurden in einem 3-Jahreszeitraum retrospektiv analysiert. Ein Fragebogen wurde für die Nachuntersuchung verwendet.

Ergebnisse

Fünfhundertdrei Kinder und Jugendliche (medianes Alter: 16 Jahre [Range: 6-18 Jahre]) wurden bei Mopedunfällen verletzt. Der Injury Severity Score - Median betrug 2 (1 - 26). Acht Patienten erlitten Mehrfachverletzungen (1.6%). Einhundertneuundsiebzig Fragebögen konnten analysiert werden (Rücksendequote: 35.6%). Ein vorausgegangener Mopedunfall wurde von 79.3% der Patienten angegeben. Neuunddreissig Prozent der Patienten gaben körperliche Unfallfolgen an, 14% litten an posttraumatischen Verhaltensveränderungen, und 14% gaben posttraumatische Schul- oder Berufsprobleme an. Ein signifikanter Unterschied zeigte sich zwischen der Gruppe von Patienten, die an posttraumatischen Verhaltensveränderungen litten und der Gruppe, die symptomfrei blieben, hinsichtlich der durchschnittlich täglich mit dem Moped zurückgelegten Distanzen vor dem Unfall und auch der Anzahl der Anprallstellen während der Kollision (p=0.032; p=0.029). Die Gruppe von Patienten, die Schul- oder Berufsprobleme nach dem Unfall berichtete, unterschied sich von der problemfreien Patientengruppe hinsichtlich der Anprallgeschwindigkeit zum Unfallzeitpunkt, der Anzahl der vorangegangenen Mopedstürze mit Verletzungen, und der Anzahl der Anprallobjekte, die Verletzungen beim Anprall verursacht haben (p=0.003; p=0.024; p=0.032). Mopedbenutzer, die Mopeds mit Beinschutz ( =Front- oder Seitenverkleidung, Beinschutzbügel ) verwendeten, zeigten im Vergleich zu den übrigen Mopedfahrern signifikant niedrigere Injury Severity Score - Werte (p=0.003).

Konklusion

Jugendliche Mopedlenker sind einem hohem Risiko wiederholter Mopedunfälle ausgesetzt. Posttraumatische Mopedunfallfolgen scheinen mit einem Mangel an Mopedbenutzungs -Erfahrung, der Anzahl der verletzungsverursachenden Anprallstellen beim Unfall, sowie der Anprallgeschwindigkeit zusammenzuhängen.