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67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Frühzeitige endovaskuläre Stenteinlage bei schwerverletzten Patienten mit traumatischer thorakaler Aortenruptur.

Meeting Abstract (DGU 2003)

  • corresponding author Ludwig Labler - Klinik für Unfallchirurgie,Universitätsspital Zürich, Rämistrasse 100, 8091, Zürich, Phone: 0041-1255-3657, Fax: 0041-1255-5047
  • D. Hitendu - Klinik für Herz und Gefässchirurgie
  • M. Lachat - Klinik für Herz und Gefässchirurgie
  • T. Pfammatter - Klinik für diagnostische Radiologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz
  • M. Keel - Klinik für Unfallchirurgie
  • O. Trentz - Klinik für Unfallchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguD10-10

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0333.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Labler et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Die Spitalletalität und -morbidität nach traumatischer thorakaler Aortenruptur sind hoch. Nach offener chirurgischer Versorgung besteht eine Letalität von 15-20%. Die frühe endovaskuläre Versorgung stellt eine Option dar, insbesondere bei der Versorgung polytraumatisierter Patienten.

Methodik

Zwischen 3/98 und 11/02 wurde nach Primärmanagement mit Stabilisierung der Hämodynamik bei 15 polytraumatisierten Patienten (Durchschnittsalter 45,3 Jahre) die traumatische Aortenruptur mittels frühzeitiger selbstexpandierender Stenteinlage behandelt. Der mittlere Verletzungsschweregrad (ISS) betrug 42 Punkte. Alle Patienten bis auf einen mit Contusio cordis wiesen Lungenkontusionen auf. Die richtige Diagnose wurde mittels CT in 93% innerhalb der ersten 24h gestellt. Bei 14 Patienten handelte es sich um eine Aortenruptur loco classico. Die Stenteinlage erfolgte bei 11 von 15 Patienten innerhalb der ersten 48 h nach Unfall.

Ergebnisse

Die technische Durchführung war bei allen Patienten ohne Konversion zur offenen Aortenchirurgie erfolgreich. Ein Patient starb 12 h nach dem Eingriff infolge eines postoperativen hämorrhagischem Shocks (Letalität 7%). Es traten keine Paraplegien durch Stenteinlage auf. Alle endovaskulären Gefässprothesen wurden mittels CT nachkontrolliert. Die durchschittliche Hospitalisationsdauer lag bei 29 Tagen. Bei einem Patienten wurde 12 Monate nach Primäreingriff ein zusätzlicher Stent wegen Leakage erfolgreich eingelegt. Die mittlere Nachbeobachtungszeit liegt bei 17 Monaten.

Schlussfolgerungen

Die erfolgreiche Behandlung der traumatischen thorakalen Aortenruptur beim polytraumatisierten Patienten erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgie und endovaskulär tätigen Gefässchirurgen. Die Stentversorgung der Aortenruptur zeigt speziell Vorteile bei Patienten mit schwerem Lungentrauma. Zusätzlich kann durch dieses Verfahren eine Gerinnungsstörung oder ein HLM-assoziiertes SIRS vermieden werden.