gms | German Medical Science

67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Die Wundheilung unter Diclofenacapplikation

Meeting Abstract (DGU 2003)

  • corresponding author Alexander Beck - Abteilung für Unfallchirurgie, Hand- und wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Steinhövelstraße 9, 89075, Ulm, Phone: 0731-50027350, Fax: 0731-50026740
  • P. Augat - Institut für Biomechanik und Unfallchirurgische Forschung, Universität Ulm
  • G. Krischak - Abteilung für Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • T. Sorg - Institut für Biomechanik und Unfallchirurgische Forschung, Universität Ulm
  • L. Kinzl - Abteilung für Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • L. Claes - Institut für Biomechanik und Unfallchirurgische Forschung, Universität Ulm

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguD10-3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0326.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Beck et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung

Im Rahmen einer tierexperimentellen Untersuchung sollte am Beispiel von oraler Diclofenacapplikation geklärt werden ob die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika einen möglichen Einfluss auf die Wundheilung hat.

Methoden

Die prospektive Untersuchung wurde an der Ratte durchgeführt, die Tiere wurden nach Gewicht randomisiert. Operativ gesetzte Wunden am lateralen li. Femur von 1,5 cm Länge, die zu Operationsende mit resorbierbarem Nahtmaterial (Monocryl 5.0) in Einzelknopftechnik verschlossen worden waren, konnten 10 Tage heilen. Während dieser Zeit waren 8 Tiere unbehandelt (Placebogruppe=P), 9 Tiere (Diclofenacgruppe=D) wurden bei 2maliger oraler Applikation/Tag mit 5mg/kgKG/Tag Diclofenac-Natrium (in humanäquivalenter Dosis) behandelt. Nach 10 Tagen wurden die Wunden histologisch aufgearbeitet und untersucht. Die Hautwunden wurden nach stattgehabter Fixierung in Paraffin eingebettet und im Anschluss senkrecht zur Hautnaht geschnitten. Pro Tier wurden 18 histologische Schnittpräparate hergestellt. Nach Entparaffinierung erfolgte die Färbung mit Hämalaun-Eoisn nach Romeis. Die Auswertung erfolgte histomorphometrisch und die Zelldichte wurde in Relation zur Fläche bestimmt.

Ergebnisse

Nach einer Heilungsdauer von 10 Tagen fand sich kein relevanter Unterschied in den Epidermisdicken im Narbenbereich (P: median 72,4µm; min/max: 37,7-199,9 µm vs. D: median 72,0 µm; min/max: 56,2-105 µm), es fiel lediglich eine deutlich höhere Streubreite bei den medikamentös behandelten Tieren auf. In der Relation Narbendicke zur Dicke der gesunden Haut zeigte sich ebenfalls kein relevanter Unterschied (relativer Wert=Narbendicke/gesunde Haut - P: median 3,8; min/max: 2,7-10,4 vs. D: median 3,2 (min/max: 2,6-5,2). Ein signifikanter Unterschied (p=0,007 im Wilcoxontest) fand sich nur in der Anzahl der ausgezählten Fibroblasten pro Gesichtsfeld (P: median 3940 pro mm2; min/max: 2810-6023 vs. D: median 3166 pro mm2; min/max: 2189-3706. Der Diclofenacspiegel im Serum der Tiere war am 10 Tag im Mittel 242,2 ng/ml (SD: 47,7) und somit humanäquivalent.

Schlussfolgerungen

In der Untersuchung an der Ratte konnte nachgewiesen werden, dass eine orale Diclofenacgabe die Fibroblastenzahl im Narbengebiet signifikant erniedrigt. Dies dürfte mit einer verminderten Stabilität der Narbe einhergehen. Unterschiede in Bezug auf die Epidermisdicke im Narbenbereich waren nicht nachweisbar. Es ist zu vermuten, dass die Gabe von Diclofenac lediglich die Migration der Fibroblasten, nicht jedoch der Epithelzellen hemmt. Unsere Ergebnisse werden im Rahmen des Vortrages mit den (wenigen) Erkenntnissen aus der Literatur diskutiert.