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67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Die letzte Chance: Extremitätenerhaltung oder Amputation bei septischen Komplikationen offener Unterschenkelfrakturen.

Meeting Abstract (DGU 2003)

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  • corresponding author György Baranyi - Péterfy Krankenhaus, Budapest, Péterfy S.u. 8-14, 1076, Budapest, Phone: +36-1-4614723, Fax: +36-1-4614724
  • A. Sárváry - Universitätsklinik für Traumatologie, Semmelweis Universität, Budapest
  • J. Wille - Universitätsklinik für Traumatologie, Semmelweis Universität, Budapest
  • T. Mózes - Universitätsklinik für Traumatologie, Semmelweis Universität, Budapest

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguB4-3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0189.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Baranyi et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Darstellung eines Therapiekonzeptes, welches als "ultimum refugium" mit akzetablen Opfern die Unter- oder Oberschenkelamputation vermeidbar macht.

Methodik

Zwischen 1990 und 2000 wurden die frühen oder späten septischen Komplikationen nach drei proximalen und drei distalen , GIII offenen Unterschenkelfrakturen Typ C behandelt. Das Durchschnittsalter der drei Frauen und drei Männer lag über 50 Jahre, unter den Grundleiden waren Diabetes mellitus, Hypertonie, Arteriosclerose zu finden. Drei Patienten waren Alkoholiker, vier rauchten schwer und vier Patienten lebten ohne sozialen Hintergrund alleinstehend. Die Wundsekretuntersuchung ergab in einem Fall gemischte anaerobe Flora, in fünf Fällen Gram + bzw. Gram-, teilweise gemischte Flora. In vier Fällem wurde primär mit dem Fixateur extern, in zwei Fällen mit Plattensynthese stabilisiert. In jedem Fall war unzureichendes Debridement, Instabilität und fehlende Compliance der Patienten Ursache des septikotoxischen Zustandes, welcher die Amputation ins Sichtfeld rückte.

Behandlungsphasen: extrem radikales Debridement, Segmentresektion und/oder Verkürzung (2-10cm), offene Wundbehandlung. Nach mehrfachen Verfahrenswechsel und Sanierung der akuten Entzündungssymptome wurde in jeweils zwei Fällen mit antegrader, retrograder Verriegelungsnagelung und offenen Plattensynthesen die Stabilisierung erreicht, bei Notwendigkeit mit autologer Spongiosaplastik ergänzt. Eine Arthrodese im Knie und zwei Arthrodesen im oberen Sprunggelenk wurden durchgeführt.

Ergebnisse

Alle Frakturen bzw. Arthrodesen heilten. Zwei Pateinten gehen mit Stock, vier ohne jegliche Hilfsmittel in orthopädischen Schuhen mit voller Belastung. Bei fünf Patienten wurden die Implantate entfernt. Bei einem Patienten kam es zu rezidivierender Fistelung, möchte aber keine weiteren Operationen oder Metallentfernung. Mit ihren Ergebnissen sind alle Patienten zufrieden, drei Patienten im arbeitsfähigen Alter wurde invalidisiert, zwei arbeiten in Rehabilitationseinrichtungen, ausser einem Patienten sind alle selbstversorgend.

Schlussfolgerungen

Septische Komplikationen schwerer, offener Unterschenkelfrakturen bei Risikopatienten bedeuten Lebensgefahr, welche nur mit vitaler Indikation durchgeführten Amputation umgehen werden kann. Das extrem radikale Debridement, ergänzende wirksame Stabilisierung, langzeitige offene Wundbehandlung, die mit Verfahrenswechsel erreichte stabile extra- oder intramedulläre Fixierung, kombiniert mit weiterer offener Wundbehandlung bedeuten die letzte Chance für dei Erhaltung der Extremität. Nach Meinung der Patienten bietet trotz Verkürzung und Gelenksteife ein fühlendes und belastbares Bein, auch mit orthopädischen Hilfsmitteln mehr Komfort, als eine Prothese.