gms | German Medical Science

67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie

11. bis 16.11.2003, Messe/ICC Berlin

Die "biologische" Wachstumsprothese - neue Perspektiven bei malignen Knochentumoren

Meeting Abstract (DGU 2003)

  • corresponding author Rainer Baumgart - Universitätsklinik München, Chirurgische Klinik Innenstadt, Nussbaumstr. 20, 80336, München, Phone: +49-89-51602537, Fax: +49-89-51604786
  • P. Thaller - Universitätsklinik München, Chirurgische Klinik Innenstadt, Nussbaumstr. 20, 80336, München, Phone: +49-89-51602537, Fax: +49-89-51604786
  • S. Hinterwimmer - Universitätsklinik München, Chirurgische Klinik Innenstadt, Nussbaumstr. 20, 80336, München, Phone: +49-89-51602537, Fax: +49-89-51604786
  • W. Mutschler - Universitätsklinik München, Chirurgische Klinik Innenstadt, Nussbaumstr. 20, 80336, München, Phone: +49-89-51602537, Fax: +49-89-51604786

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 89. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 44. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 11.-16.11.2003. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2003. Doc03dguA6-5

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgu2003/03dgu0039.shtml

Veröffentlicht: 11. November 2003

© 2003 Baumgart et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung

Nicht nur der Extremitäten- sondern auch der Funktionserhalt gewinnt nach der Resektion maligner Knochentumore aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung zunehmend an Bedeutung. Tumorprothesen haben unter diesen Aspekten deutliche Verbesserungen erfahren. Problematisch bleibt aber die Implantation im Wachstumsalter, wie kann man der sich einstellenden Beinlängendifferenz begegnen?

Methodik

Vielfach scheiterte die Implantation von Prothesen bei Kindern im Wachstum bereits an den zur Verfügung stehenden Markraumdimensionen. Wenn dies vertretbar erschien, war das maximal technisch Erreichbare bisher eine "mechanische" Wachstumsprothese, die bei Bedarf durch Eingriff von aussen oder einen integrierten Mechanismus teleskopartig auseinander gefahren werden konnte und somit eine Beinverlängerung bewirkte. Neben den vielfach damit verbundenen technischen Problemen wurde mit dieser Maßnahme aber immer das Verhältnis von Prothese zu Restknochen und damit das Hebelverhältnis ungünstiger. Ganz anders ist der Ansatz der "biologischen" Wachstumsprothese. Der modulare Gelenkanteil ist nach den Kriterien herkömmlicher Tumorprothesen konstruiert. Im Inneren befindet sich jedoch ein Marknagel mit glattem Schaft, der nicht im Knochen einwächst und später bei Verlängerungsbedarf durch einen voll implantierbaren Distraktionsmarknagel ausgetauscht werden kann. Nach Osteotomie im verbliebenen Knochensegment kann ohne Verbindung nach aussen nun eine Knochenverlängerung, ggf auch wiederholt erfolgen. Bei dieser Art der Beinverlängerung wird das Verhältnis von Prothese zu Restknochen günstiger, was insbesondere bei sehr kleinen Kindern und langstreckigen Knochendefekten vorteilhaft ist.

Ergebnisse

Die ersten Prototypen einer derartigen Prothese wurden realisiert und nach Resektionen von 12cm des distalen Femurs bei einem 8-jährigen Jungen mit Osteosarkom und 13cm der proximalen Tibia bei einem 4-jährigen Mädchen mit Ewing Sarkom eingesetzt.

Schlussfolgerung

"Biologische" Wachstumsprothesen könnten mit ihrem modularen Aufbau einen Beitrag dazu leisten, dass auch im Wachstumsalter Tumorprothesen eine bessere Alternative werden. Da nicht die Prothese, sondern der verbliebene Knochen verlängert wird, sind für das spätere Leben bessere Stabilitätsverhältnisse zu erwarten. Der Verlängerungsvorgang bedarf keiner Verbindung nach aussen, womit das Infektrisiko minimiert ist.