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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Erfolgreiche Oberlappenresektion mit veno-venöser ECMO-Unterstützung bei einem Patienten mit schwerster respiratorischer Globalinsuffizienz

Meeting Abstract

  • Bassam Redwan - Universitätsklinikum Münster, Thoraxchirurgie, Münster
  • Joachim Schmidt - Universitätsklinikum Münster, Thoraxchirurgie, Münster
  • Volkan Kösek - Universitätsklinikum Münster, Thoraxchirurgie, Münster
  • Benedetta Bedetti - Universitätsklinikum Münster, Thoraxchirurgie, Münster
  • Michael Mohr - Universitätsklinikum Münster, Pulmologie, Münster
  • Hermann Aebert - Universitätsklinikum Münster, Thoraxchirurgie, Münster
  • Karsten Wiebe - Universitätsklinikum Münster, Thoraxchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO 2.6

DOI: 10.3205/12dgt83, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt836

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Redwan et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Bei respiratorisch schwer eingeschränkten Patienten können erforderliche Eingriffe nur mit erhöhtem Risiko oder gar nicht erfolgen. Der perioperative Einsatz eines Lungenunterstützungsverfahrens bietet die Möglichkeit Operationen durchzuführen die konventionell nicht möglich wären.

Fallpräsentation: Ein 59-jähriger Patient mit schwergradiger chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) Gold IV der seit 1 Jahr bei Globalinsuffizienz mit Heimsauerstoff versorgt war erlitt eine nekrotisierende Pneumonie des Oberlappen rechts. Nach mehrwöchigen konservativem Vorgehen auf der Intensivstation wegen akutem respiratorischem Versagen persistierten unter nicht-invasiver intermittierender Beatmung wiederholte Infektepisoden, so dass trotz stark erhöhtem Risiko die Indikation zur OL-Resektion gestellt werden musste. Unter 4 liter O2/min per Nasensonde zeigte sich ein pO2 von 45 mmHg und ein pCO2 von 90 mmHg.

Nach Intubation erfolgte bei schwerer Hyperkapnie die sofortige Implantation einer venö-venösen ECMO in Rückelage mit Kannülierung von Vena femoralis rechts und Vena jugularis rechts. Hierunter war bei normalen Blutgaswerten eine Seitenlagerung mit Einzellungen-Ventilation möglich. Es erfolgte eine Lobektomie mit Pleurektomie und partieller Dekortikation bei schweren Verwachsungen. Postoperativ erfolgte noch im Op-Saal die Extubation des Patienten bei laufender ECMO. Im Postoperativen Verlauf waren bei Sekretretention unter intermittierender Maskenbeatmung tägliche Bronchoskopien erforderlich. Die ECMO wurde nach 5 Tagen reduziert, und konnte nach 7 Tagen bei gebesserter respiratorischer Situation entfernt werden. Es schloss sich eine Anschlussheilbehandlung an, die der Patient mit 1 liter O2 per Nasensonde (94% O2-Sättigung, pO2 68, pCO2 45 mmHg) antreten konnte.

Schlussfolgerung: Die Operation war nur mit einer Lungenunterstüzung durchführbar. Der Einsatz einer veno-venösen-ECMO zur perioperativen Lungenunterstützung konnte komplikationslos durchgeführt werden. Die ECMO ermöglichte eine frühzeitige Extubation des Patienten und einen sicheren postoperativen Verlauf.