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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Lymphgefäßinvasion ist ein unabhängiger Prognosefaktor für Patienten mit einem resezierten, nicht metastasierten Nicht-Kleinzelligem Bronchialkarzinom

Meeting Abstract

  • Michael F. Nentwich - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Benjamin A. Bohn - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Faik G. Uzunoglu - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Matthias Reeh - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Alexander Quaas - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Institut für Pathologie, Hamburg
  • Tobias Grob - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Institut für Pathologie, Hamburg
  • Asad Kutup - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Maximilian Bockhorn - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Jakob R. Izbicki - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg
  • Yogesh K. Vashist - Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO 2.5

DOI: 10.3205/12dgt82, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt829

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Nentwich et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Diese Studie befasst sich mit dem möglichen Einfluss einer Lymphgefäß- oder Blutgefäßinfiltration auf das Gesamtüberleben von Patienten mit einem Nicht-Kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC), die weder nodale noch hämatogene Metastasen aufwiesen.

Methode: Von Januar 1999 bis Dezember 2009 wurden 255 Patienten mit verfügbaren Informationen sowohl über den Lymphgefäß- als auch Blutgefäßinvasionsstatus und pTXN0M0 NSCLC in kurativer Absicht radikal mit konsekutiver Lymphadenektomie operiert. Der pathologisch-histologische Befund wurde gemäß der novellierten 7. Edition der TNM-Klassifikation re-klassifiziert. Die Einflussnahme der Lymphgefäß- als auch Blutgefäßinvasion auf das Gesamtüberleben wurde mittels Kaplan-Meier- und Cox-Regressions-Analyse evaluiert. Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Ärztekammer Hamburg geprüft und ein schriftliches Einverständnis aller an der Studie teilnehmenden Patienten lag vor.

Ergebnis: Eine Lymphgefäßinvasion zeigte sich in 39 (15,3%) von 255 Fällen und eine Blutgefäßinvasion in 31 (12,2%) von 255. Dabei korrelierte sowohl die Lymphgefäß- als auch die Blutgefäßinvasion mit höheren UICC-Stadien (p=0,002; p<0,001) und niedriger differenzierten Tumoren (p=0,043; p=0,005). Es zeigte sich kein Häufigkeitsunterschied zwischen pT1a und pT1b Tumoren bezüglich Lymphgefäß- (p=0,782) oder Blutgefäßinvasion (p=0,158). Die Überlebensanalyse von 206 Patienten, die nach Berücksichtigung der Ausschlusskriterien in die finale Studiengruppe einbezogen werden konnten, erbrachte sowohl für Patienten mit einer positiven Lymphgefäß- (p<0,001) als auch Blutgefäßinvasion (p=0,003) einen statistisch signifikanten Überlebensnachteil. Die multivariate Cox-Regressions-Analyse bestätigte nur die Lymphgefäßinvasion als unabhängigen Prognosefaktor (p<0,001; HR 3,194; 95% CI 1,716–5,946). Zusätzlich war die positive Lymphgefäßinvasion assoziiert mit schlechterem Gesamtüberleben in pT1a (p<0,001), pT1b (p=0,003), and pT2a (p=0,025) Tumoren. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei vorliegender positiver Blutgefäßinvasion nur bei pT1a Tumoren (p=0,002) ein nachteiliger Effekt auf das Gesamtüberleben.

Schlussfolgerung:Der Status der Lymphgefäßinvasion repräsentiert im Falle des nicht-metastasiertem Nicht-Kleinzelligem Bronchialkarzinoms einen unabhängigen Prognosefaktor. Eine Einbeziehung dieses Faktors in zukünftige Therapieplanungen speziell in den Frühstadien UICC IA und IB sollte erwogen und deren Auswirkungen weiter untersucht werden.