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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Prospektive Vergleichsstudie von Painbuster® versus epidurale Analgesie nach Thorakotomie

Meeting Abstract

  • Tobias Potzger - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg
  • Christian Schilling - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg
  • Michael Ried - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg
  • Zsolt Sziklavari - Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Thoraxchirurgie, Regensburg
  • Nico Braune - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg
  • Reiner Neu - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg
  • Tamas Szöke - Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Thoraxchirurgie, Regensburg
  • Claudius Diez - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg
  • Hans-Stefan Hofmann - Universitätsklinikum Regensburg, Thoraxchirurgie, Regenburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO 2.1

DOI: 10.3205/12dgt78, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt787

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Potzger et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Chirurgische Eingriffe via Thorakotomie sind häufig mit einer ausgeprägten, postoperativen Schmerzsymptomatik verbunden. Die epidurale Analgesie (Peridualanästhesie = PDA) ist in diesen Fällen als Goldstandart zur Schmerzkontrolle etabliert, kann aber nicht in allen Fällen durchgeführt werden. Das Ziel dieser Studie war es, bei diesen Patienten die Wirksamkeit des Painbuster® zur lokalen Schmerzkontrolle im Vergleich zu untersuchen.

Methode: Prospektive, nicht randomisierte Studie mit 62 Patienten von 01/2010 bis 12/2010. Gruppe A (n=30) erhielt eine PDA während bei gleicher postoperativer Basis- und Bedarfsschmerzmedikation Gruppe B (n=32) einen Painbuster® erhielt. Primärer Endpunkt der Studie war das mittlere Schmerzempfinden bei Belastung und in Ruhe. Die Auswertung erfolgte mit Hilfe einer numerischen Schmerzskala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (maximaler Schmerz) innerhalb der ersten fünf postoperativen Tage (POD).

Ergebnisse: Das mittlere Alter betrug 62±9 Jahr in Gruppe A und 63±10 in Gruppe B (p=0,68). Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht signifikant bezüglich Demographie und Art des Eingriffes. Die Lobektomie war der am häufigsten durchgeführte Eingriff (Gruppe A 41% versus Gruppe B 35,5%), gefolgt von atypischen Resektionen (21% versus 35,5%).

Patienten der Gruppe B hatten eine signifikant geringere Beatmungszeit (3,0±0,9 h versus 3,5±1,0 h; p=0,04). Zwei Patienten (2.8%) aus Gruppe B verstarben. Das mittlere Schmerzempfinden am 1. POD in Ruhe war 2,1 (1; 2,8) in Gruppe A und 2.0 (1,5; 3,8) in Gruppe B, bei Belastung 4,3 (3,5; 4,8) in Gruppe A und 5,0 (4,0; 6,5) in Gruppe B (p=0,07). In beiden Gruppen zeigte sich eine Reduktion der postoperativen Schmerzen im Verlauf ohne signifikanten Unterschied zwischen beiden Kollektiven (5. POD in Ruhe 1,3 (0; 2,8) versus 1.75 (1; 3) p=0,46; bei Belastung 3.5 (2,3; 5) versus 4,0 (2,0; 5.3); p=0,89).

Eine signifikante Schmerzreduktion bei Belastung zeigte sich in Gruppe A vom 2. POD zum 4. POD (p=0,004), in Gruppe B vom 1. zum 3. POD (p=0,001).

Zusammenfassung: Beide Verfahren bieten eine suffiziente, postoperative Schmerzkontrolle nach thoraxchirurgischen Eingriffen. Sollte eine PDA nicht möglich sein, kann der Painbuster® als adäquate Alternative durchgeführt werden.