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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Der katameniale Pneumothorax – ein Chamäleon in Klinik und Pathogenese

Meeting Abstract

  • Stephan Sklenar - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Julia Kress - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Maria Schimek - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Juliane Straßburg - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Arpad Pereszlenyi - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Rene-Lars Morgen - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Stephan Eggeling - Vivantes Klinikum Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO 1.9

DOI: 10.3205/12dgt61, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt617

Veröffentlicht: 17. September 2012

© 2012 Sklenar et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Der katameniale Pneumothorax stellt eine seltene Entität dar. Gekennzeichnet ist er durch einen menstruationsabhängig rezidivierend auftretenden Pneumothorax mit einer assoziierten Endometriose der Pleura, der Lunge bzw. des Zwerchfells. Entsprechend dem Befall existieren verschiedene Theorien als Erklärungsmodell. Wir berichten über zwei Kasuistiken, in denen sich das Krankheitsbild durch eine unterschiedliche Symptomatik manifestierte sowie der pathologische Befund zwei verschiedene Pathogenesen nahelegt.

Methode: In den letzten zwei Jahren behandelten wir 2 Patientinnen mit einem katamenialen Pneumothorax. Bei einer Patientin führte ein mit der Regel rezidivierender Pneumothorax bereits zur Einweisungsdiagnose eines katamenialen Pneumothorax. Im zweiten Fall führte ein thorakaler „Wanderschmerz“ zur Vorstellung.

Ergebnis: Im ersten Fall zeigten sich Veränderungen im Sinne einer Endometriose nur im Bereich des Zwerchfells, im zweiten Fall ausschließlich im Bereich der parietalen und viszeralen Pleura. In beiden Fällen erfolgte die thoraxchirurgische Versorgung durch eine Lungenspitzenresektion und eine parietale Pleurektomie sowie Talkumapplikation im Bereich des Zwerchfells. Nach Diagnosesicherung wurde die Patientin in beiden Fällen hormonell behandelt. In beiden Fällen traten im Verlauf nach abgeschlossener Behandlung keine Rezidive auf.

Schlussfolgerung: Bei einem rezidivierend auftretenden Pneumothorax muß bei der Frau, auch bei nicht bekannter Endometriose, an die Möglichkeit eines katamenialen Pneumothorax gedacht werden. Der Ort des Lufteintritts nach intrathorakal und damit die Entstehung des Pneumothorax scheint in beiden vorgestellten Fällen aufgrund des unterschiedlichen Befalls einerseits der Pleura und anderseits des Zwerchfells unterschiedlich zu sein.

Es konnte gezeigt werden, dass die Kombination aus thoraxchirurgischer Versorgung und hormoneller Nachbehandlung eine sichere Therapiemöglichkeit zur Rezidivprophylaxe des Pneumothorax darstellt.