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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Umsetzung eines interdisziplinären Schmerzmanagements in der Thoraxchirurgie

Meeting Abstract

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  • Sonja Feige - Klinik Schillerhöhe, Pflegedirektion, Gerlingen
  • Irena Tomic - Klinik Schillerhöhe, Pflegedirektion, Gerlingen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocWS 2.4

DOI: 10.3205/11dgt71, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt711

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Feige et al.
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Gliederung

Text

Schmerzen wirken sich auf das physische, psychische sowie auf das soziale Befinden von Patienten und deren Angehörige aus. Trotz vielfältiger Anstrengungen ist in Deutschland das Schmerzmanagement als unzureichend anzusehen. Durch schmerzbedingte Komplikationen kommt es zu einer längeren Verweildauer im Krankenhaus, ebenso steigt das postoperative Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko. Ein weiterer Aspekt ist die Chronifizierung von Schmerzen und die daraus entstehenden beträchtlichen Kosten für das Gesundheitswesen. Alle genannten Aspekte beschreiben den Einfluss von Schmerzen, mit den daraus entstehenden gesundheitlichen Problemen und Kosten, auf die Lebensqualität von Patienten und deren Angehörigen und ihre damit verbundene Zufriedenheit während des Aufenthaltes im Krankenhaus und darüber hinaus (vgl. DNQP 2003, 22-23; AWMF 2007, 1).

Speziell in der Thoraxchirurgie ist eine frühzeitige Aufklärung der Patienten über die Möglichkeiten der Schmerztherapie notwendig. Eine frühzeitige pulmonale Rehabilitation – wie effizientes Abhusten und tiefe Atemexkursionen – sowie Frühmobilisation sind nur bei weitest gehender Schmerzfreiheit und aktiver Mithilfe des Patienten möglich (vgl. AWMF 2007, 123). In einem interdisziplinär angelegten Projekt wurde das Schmerzmanagement auf eine einheitliche (stations- und fachbereichsübergreifende) Basis gestellt. Mit Hilfe externer Evidenz, des Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“ und der Leitlinie „Behandlung akuter perioperativer posttraumatischer Schmerzen“, wurde ein einheitliches Vorgehen erarbeitet, implementiert und evaluiert. Es wurde eine Struktur entwickelt, an der sich Pflegende und Ärzte orientieren können und gemeinsam geschult werden. Kernpunkte des Konzeptes stellen die kontinuierliche und strukturierte Erhebung der Schmerzintensität, sowie ein medikamentöses Stufenschema, das Basis- und Bedarfsanalgesie sowie die Comedikation berücksichtigt, dar. Durch dieses wird ein zeitnahes Reagieren auf Schmerzspitzen durch die Pflegekräfte möglich. Darüber hinaus wird auf eine frühzeitige Aufklärung und Information des Patienten wert gelegt und ein intensiver Austausch mit den Therapeuten der Physiotherapie sowie der Abteilung für Psychosomatik gepflegt. In der Evaluation stehen die Ergebnisparameter, also die Patientenzufriedenheit, sowie die Handhabbarkeit der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Als weiterer Schritt ist im Rahmen einer kontinuierlichen Qualitätssicherung geplant am „Projekt QUIPS“ (Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie) teilzunehmen sowie die Zertifizierung des Schmerzmanagements.