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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Rezidivhäufigkeit und Gesamtüberleben bei Patienten mit pT3 Tumoren in Abhängigkeit von der Infiltrationstiefe und Lokalisation

Meeting Abstract

  • Dirk Wagnetz - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Ariadne Voulkides - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Christian Stremmel - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Bernward Passlick - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO 1.12

DOI: 10.3205/11dgt62, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt624

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Wagnetz et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Die pT3 Tumoren stellen eine heterogene Tumorgruppe dar. In dieser Studie soll untersucht werden inwieweit die Infiltrationstiefe bzw. die Lokalisation der pT3 Tumoren (Thoraxwandinfiltration vs. Hauptbronchusinfiltration) einen Einfluß auf das Lokalrezidiv und das Gesamtüberleben haben.

Methode: In den Jahren 1998–2006 wurden in der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg 109 Patienten mit einem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom pT3 operiert. In einer retrospektiven Analyse wurden die archivierten Daten analysiert und der Krankheitsverlauf der Patienten weiter verfolgt.

Ergebnis: Von den 109 Patienten lag bei 48 (48,5%) Patienten ein Tumorbefall des Hauptbronchus, bei 11 (11,1%) Patienten eine Tumorausbreitung in das Mediastinum und bei 50 Patienten eine Infiltration der Brustwand vor. Die 5-Jahres-Überlebensraten der Patientengruppen mit Hauptbronchusinfitration vs Brustwandinfiltration beträgt 61% bzw. 46%, ist jedoch statistisch nicht signifikant. (p=0.112). Ein Tumorrezidiv entwickelten 65,0% der Patienten mit Brustwandinfiltration, und 43,8% der Patienten mit Tumor im Hauptbronchus. Hierbei ist die Rezidivrate am höchsten bei den Patienten mit Knocheninfiltration (83,3%), gefolgt von den Patienten mit Infiltration der Pleura parietalis (62,1%) und Infiltration der Interkostalmuskulatur (55,6%). Unterteilt in Lokalrezidive und Fernmetastasen sind beide in der Gruppe mit Knochenbefall am höchsten. Hinsichtlich der R0 Resektionen unterschieden sich die beiden Gruppen nicht, Hauptbronchusinfiltration 83,3% vs. 82,1% bei Brustwandbeteiligung, hiervon gar 100% bei Knochenbeteiligung. Im Gesamtüberleben und rezidivfreien Überleben zeigt sich für die Patienten mit einer R0-Resektion ein signifikanter Überlebensvorteil (p=0,019). Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 59% versus 37% bei den Patienten mit einer R0- bzw. R1-Resektion. 44 Patienten (38,6%) erhielten eine adjuvante Therapie, wobei 40 dieser 44 Patienten (90,9%) adjuvant bestrahlt wurden. Hierbei zeigte sich, dass die 5-Jahres-Überlebensrate für Patienten ohne adjuvante Therapie (64%) signifikant höher war als für die Patienten mit adjuvanter Therapie (40%) (p=0.043). Dies wird reflektiert im Anteil an R0-Resektionen, der in der Gruppe der nicht adjuvant therapierten Patienten 91,4% signifikant höher war als bei adjuvant behandelten Patienten mit 65,1% (p=0.001).

Schlussfolgerung: pT3 Tumoren mit Infiltration des Hauptbronchus weisen tendenziell einen Überlebensvorteil gegenüber Tumoren mit Thoraxwandinfiltration auf. Entscheidender Faktor ist die R0 Resektion, eine adjuvante Therapie hatte keinen entscheidenden Einfluss auf die Überlebensrate.