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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Das cervicothorakale Ganglioneurinom – eine chirurgische Herausforderung (Kasuistik)

Meeting Abstract

  • Jürgen Sklarek - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Klinik für Thoraxchirurgie, Gauting
  • Michael Lindner - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Institut für Pathologie, Gauting
  • Alicia Moressi-Hauf - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Institut für Pathologie, Gauting
  • Rudolf Hatz - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Klinik für Thoraxchirurgie, Gauting

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO 1.10

DOI: 10.3205/11dgt60, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt607

Veröffentlicht: 19. September 2011

© 2011 Sklarek et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Dargestellt werden sollen Operation, Komplikationen und Ergebnisse bei 2 Patienten mit einem linksseitigen cervicothorakalen Ganglioneurinom.

Es handelt sich um eine 20-jährige Profisportlerin und einen 31-jährigen Mann. Der Tumor wurde als Zufallsbefund (Einstellungsuntersuchung, Abklärung einer Oberschenkelvenenthrombose) entdeckt. Das CT zeigte in einem Fall einen soliden Tumor, im anderen eine zystische Raumforderung im vorderen oberen Mediastinum, die sich nach cervikal in die Halsweichtteile fortsetzten. Eine präoperative Sicherung der Diagnose gelang nicht.

Methode: Es erfolgte zunächst die bioptische thorakoskopische Sicherung der Diagnose. In beiden Fällen wurde der Verdacht auf einen neurogenen Tumor im Schnellschnitt gestellt. Auf Grund der unübersichtlichen anatomischen Situation erfolgte zunächst die Resektion des thorakalen Anteiles über eine Thorakotomie. Der zervikale Anteil wurde nach Erhalt der endgültigen Histologie unter Zuhilfenahme des Neuromonitorings zweizeitig reseziert.

Ergebnisse: Beide Tumoren ließen sich komplett resezieren. Nach Resektion des thorakalen Anteiles trat bei beiden Patienten ein Hornersyndrom auf, das sich komplett rückbildete. Bei der Patientin traten nach Resektion des cervikalen Anteiles trotz Neuromonitorings sensible und motorische Ausfälle an den kleinen Handmuskeln auf, die trotz einer fast kompletten Rückbildung nach 6 Monaten, die Profikarriere der Patientin im Judo beendeten. Eine bei dem männlichen Patienten aufgetretene cervikale Lymphfisten mit einen gering ausgeprägten Chylothiorax sistierte nach einer einwöchigen parenteralen Ernährung.

Schlussfolgerung: Die Resektion thorakozervikaler Ganglioneurinome wurde bei 2 Patienten zweizeitig durchgeführt. Die Resektion des cervikalen Anteiles führte wegen des diffusen Tumorwachstums trotz Neuromonitoring und akribischer Präparation zu Komplikationen. Obwohl der präoperative Befund bei den beschriebenen Ganglioneurinomen eher harmlos schien, stellte die Operation höchste chirurgische Ansprüche.